Ein Fachinformatik-Azubi in Ravensburg hat bei einem Chip des Herstellers Intel ein gravierendes Sicherheitsproblem entdeckt. Der 22-jährige Leon Nilges stieß bei seinen Tüfteleien auf einen sogenannten Treiber, der einem potenziellen Angreifer weitreichenden Zugriff auf den Computer ermöglicht, teilte die Stiftung Liebenau am Freitag mit. Das Sicherheitsloch ist den Angaben zufolge inzwischen gestopft.

Intel stufte die Sicherheitslücke auf Stärke 8,2 von 10 ein

Der Azubi aus dem Ravensburger Berufsbildungswerk Adolf Aich (BBW) der Stiftung Liebenau wurde bei der Analyse des Treibers - einer Schnittstelle zwischen Rechner-Teilen und dem Betriebssystem - stutzig und erkannte die Gefahr, die von der Sicherheitslücke ausgeht. „Ein einfacher Nutzer hätte sich Systemrechte verschaffen und damit quasi alles machen können“, erklärte Leon Nilges. Der junge Mann meldet den Fehler bei Intel - die Firma stufte das Problem auf einer bis 10,0 reichenden Skala mit 8,2 ein.

Intel hat den Fehler laut Mitteilung inzwischen mit einem umfassenden Sicherheitsupdate behoben. Der Berufsschüler bekam vom US-Konzern für seine Tüftelarbeit eine Vergütung. Einen Teil des Geldes will er für den Führerschein zurücklegen. Außerdem konnte er sich einen neuen Computer leisten - „mit einem Intel-Prozessor übrigens“, hieß es abschließend in der Mitteilung.