Drei Monate nach dem Antrag für eine Insolvenz in Eigenverwaltung wurde eine Auffanglösung für das Unternehmen IT-Informatik in Ulm gefunden. Wie es in einer Mitteilung heißt, konnte Sanierungsexperte Martin Mucha von der Stuttgarter Kanzlei Grub Brugger die Firma an die Datagroup SE in Pliezhausen verkaufen. So seien 300 Arbeitsplätze in Ulm, Berlin und Barcelona gerettet worden. Zu Beginn des Verfahrens waren es 400 Beschäftigte, davon 370 am Standort Ulm in der Magirus-Deutz-Straße. IT-Informatik befasst sich demnach mit SAP-Beratung, Cloud-Infrastruktur, vernetzter Industrie und eigener Software-Entwicklung für mittelständische Kunden.

Bei der Datagroup handle es sich um ein führendes deutsches IT-Service-Unternehmen mit bundesweit 2200 Mitarbeitern. Das Unternehmen übernimmt rückwirkend zum 1. August die wesentlichen Vermögenswerte und Mitarbeiter der IT-Informatik sowie der Tochterunternehmen Mercoline in Berlin und die IT-Informatik Digitalización Industrial 4.0 mit 15 Software-Entwicklern in Barcelona. Es gibt keine Angaben zum Kaufpreis.

300 Arbeitsplätze gerettet

Dazu Mucha als Generalbevollmächtigter: „Mit der Übernahme durch die Datagroup haben die Mitarbeiter und Kunden wieder eine langfristige und nachhaltige Perspektive unter dem Dach eines strategisch hervorragend aufgestellten IT-Dienstleisters.“ Als Sachwalter der Gläubiger betont Michael Pluta von der gleichnamigen Ulmer Kanzlei: „Ich freue mich, dass wir in so kurzer Zeit eine tragfähige Lösung für das Unternehmen finden konnten. Insbesondere der Erhalt von rund 300 Arbeitsplätzen ist ein sehr positives Ergebnis der Bemühungen aller Beteiligten. Auch für die Gläubiger wird damit das bestmögliche Ergebnis erreicht.“

Max Schaber nimmt als CEO von Datagroup Stellung: „Die Mitarbeiter, die wir neu an Bord haben, passen mit ihren Kompetenzen sehr gut zu unserem Leistungsportfolio. Auch unsere regionale Abdeckung können wir an den Standorten Berlin und Ulm weiter verbessern.“

Die Eigenverwaltung hat der IT-Informatik nach Einschätzung der Akteure den rechtlichen Rahmen geboten, um sich bei laufendem Geschäftsbetrieb und in Abstimmung mit den Gläubigern neu aufzustellen. Die unternehmerische Verantwortung blieb dabei im Gegensatz zu einer regulären Insolvenz in den Händen des Managements. Dies sei nur möglich, wenn Firmen bei wirtschaftlichen Problemen frühzeitig selbst tätig werden und genügend Handlungsspielraum für eine Lösung besteht. Beides war bei IT-Informatik der Fall.

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