Gericht Insolvenz gegen Steinle eröffnet

Das Unternehmen Wohnbau Steinle ist wie das Projekt am Petrusplatz in Schieflage geraten.
Das Unternehmen Wohnbau Steinle ist wie das Projekt am Petrusplatz in Schieflage geraten. © Foto: Volkmar Könneke
Edwin Ruschitzka 01.08.2018

Seit Montag ist klar: Das Insolvenzverfahren gegen Günter Steinle, den Geschäftsführer des gleichnamigen Wohnbauunternehmens, ist eröffnet worden. Gleichzeitig hat das Insolvenzgericht in Neu-Ulm einen Termin für die Gläubigerversammlung anberaumt. Es ist der 26. September. An diesem Tag werden die Gläubiger der beiden Wohnbauprojekte am Petrusplatz in Neu-Ulm und im Pfuhler Saalbau über den Stand des Verfahrens informiert. Ob sie ihr Geld zurück bekommen, ist derzeit nach Auskunft des Insolvenzverwalters Prof. Martin Hörmann fraglich.

„Schwierige Situation“

„Für die betroffenen Gläubiger ist es eine extrem schwierige Situation“, sagte Hörmann gestern. Gläubiger sind Baufirmen wie das Unternehmen Mayer-Madel aus Wiblingen, aber auch diejenigen, die Geld zum Kauf von Wohnraum in beiden Projekten ausgegeben haben. Eventuell gehören auch Banken zu den Gläubigern. Die 13 Wohnungen und eine Ladenzeile im ehemaligen Bettenhaus Renftle sind samt und sonders verkauft, ebenso die acht Wohnungen im Saalbau.

Dass das Insolvenzverfahren vom Neu-Ulmer Gericht eröffnet wurde, heißt bislang nur, dass offenbar genügend Geld in der Insolvenzmasse vorhanden ist, um dieses Verfahren zu eröffnen und durchzuziehen. Weiter unklar ist, ob die Insolvenzmasse auch dazu ausreicht, die Gläubiger auszubezahlen – unter Umständen auch nur teilweise. Das kann Insolvenzverwalter Hörmann im Moment nicht sagen.

Wie geht es weiter?

Unklar ist vor allem auch, wie es mit den beiden Bauprojekten weitergeht. Was den Petrusplatz betrifft, haben sich beim Insolvenzverwalter gleich mehrere Interessenten gemeldet. Das liegt laut Hörmann an der guten Lage in der Neu-Ulmer Innenstadt. Ob die Interessenten im Altbestand des Bettenhauses weiterbauen oder die Ruine abbrechen, ist ebenfalls noch nicht klar. Steinle hatte sich am Petrusplatz zur Überraschung vieler dazu entschieden, anders als bei anderen benachbarten und abgebrochenen Gebäuden, das Bettenhaus zu entkernen und aufzustocken. Auf den Bau einer Tiefgarage wurde verzichtet. Möglicherweise ist dieses Bauen im Altbestand auch der Grund, warum Wohnbau Steinle pleiteging.

Das Interesse anderer Baufirmen am Pfuhler Saalbau ist nach Auskunft von Hörmann sehr überschaubar. Die Wohnungseigentümer, die schon vom Baufortschritt abhängige Raten bezahlt haben, lassen sich durch einen Ulmer Anwalt vertreten. Der Saalbau ist zudem deutlich weiter fortgeschritten als das Gebäude auf dem Petrusplatz. Wie zu hören ist, sind manche Wohnungen im Saalbau bis zu 70 Prozent fertiggestellt. Entsprechend haben die Eigentümer das Geld auch an Steinle überwiesen.

Steinle war nicht nur in Neu-Ulm aktiv

Projekte Günter Steinle war mit seinem Unternehmen seit 45 Jahren vor allem in Ulm und Neu-Ulm aktiv. Auf dem Magirushof, an der Heilmeyersteige, im Römerhof, im Fischerviertel oder Auf dem Kreuz hat er in Ulm gebaut. In Neu-Ulm war er vor allem auf dem Petrusplatz und in der benachbarten Krankenhausstraße zugange. Dort hat er neue Wohn- und Geschäftshäuser hochgezogen und den Altbestand saniert.

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