Unterstützung Inklusion: Der Grüne Zweig sprießt

Frische Produkte verkaufen C. Stephanie Grossmann (l.) und Violetta Vajzemiller im Regio-Laden in der Haßlerstraße.
Frische Produkte verkaufen C. Stephanie Grossmann (l.) und Violetta Vajzemiller im Regio-Laden in der Haßlerstraße. © Foto: Lars Schwerdtfeger
Ulm / Birgit Eberle 13.01.2018
Der Grüne Zweig beschäftigt rund 80 Menschen, wobei mehr als die Hälfte davon zum Teil erheblich behindert sind.

In einer Zeit, in der die Arbeitgeber meist extreme Leistungsbereitschaft von den Beschäftigten fordern, tun sich Menschen mit eingeschränkten Fähigkeiten schwer. Wie gut, dass es da Institutionen wie den Grünen Zweig gibt. Er beschäftigt zu rund 60 Prozent Menschen, die zum Teil erheblich behindert sind. Insgesamt 80 Männer und Frauen sind in Lohn und Brot.

Das Sozialunternehmen hat sich prächtig entwickelt, wenn man bedenkt, dass es vor mehr als fünf Jahren insolvent gewesen war. Dank einer großzügigen über die Aktion 100 000 und Ulmer helft abgewickelten Einzelspende hatte es wieder flott gemacht werden können. Seither ist Peter Schaupp Geschäftsführer der gemeinnützigen GmbH „JU*törn“, die hinter dem Grünen Zweig steckt. „Gewinnmaximierung gibt es bei uns nicht. Wir wachsen mit den Aufträgen“, betont er. Letztere wiederum ermöglichen es, neue Geschäftsfelder aufzutun.

Hauptsitz und Verwaltung des Grünen Zweigs sind im Riedweg 36 im Söflinger Gewerbegebiet. Momentan gehört zum Grünen Zweig ein Reise-Unternehmen mit Bussen für bis zu 70 Leute, die Sparte Garten- und Grünflächenpflege (der größte Bereich mit 15 Beschäftigten), die Bügelstube, Hausmeisterdienste (z.B. Winterdienst), der Einzelhandel (Regio-Läden in Söflingen und am Unteren Kuhberg), Baudienstleistungen (vom Abbruch bis zu Pflasterarbeiten), Büroarbeiten und Gastronomie.

Die Gastronomie betreibt erfolgreich die Kantine im Science Park mit rund 500 Mittagessen pro Tag und das „Elis“ im Riedweg mit weiteren 150 Essen. Vor kurzem hat dort auch eine kleine Bäckerei den Betrieb aufgenommen.

Die Kunden des Grünen Zweigs setzen sich zu je einem Drittel aus Privatleuten, Gewerbe/Industrie und kommunalen Trägern zusammen. Schaupps großes Zukunftsprojekt ist eine eigene Landwirtschaft. „Dann könnten wir den Kreis schließen und in den Regio-Läden viel selbst Produziertes verkaufen“, schildert er die Idee. Doch dazu ist erst mal ein geeignetes Objekt nötig (siehe Info).

Der Grüne Zweig ist als Arbeitgeber beliebt. „Wir haben wenig Fluktuation“, sagt Schaupp. Sozialpädagogisch werden die teils Mehrfachbehinderten aber nicht betreut. „Wir sind der erste Arbeitsmarkt und therapieren nicht. Wir versuchen, Normalität zu leben“, betont der 59-Jährige. Dazu gehöre auch, dass der Mindestlohn eingehalten werde und den Sozialversicherungspflichten ohne Einschränkung nachgekommen werde.

In diesem Jahr ist unter anderem der Aufbau einer Lebensmittel-Manufaktur geplant, in der Vorprodukte zu den Küchen und Kantinen hergestellt werden. Außerdem sollen mindestens zwei neue Regio-Läden mit vielen regionalen, frischen Produkten eröffnen. Einer davon wird im Mähringer Weg 66 beheimatet sein.

Blick in die Zukunft: Hof gesucht

Landwirtschaft Ein Hof soll bald ein weiteres Standbein des Grünen Zweigs werden. „Er ist gut geeignet, um Menschen mit Behinderung zu beschäftigen“, sagt Geschäftsführer Peter Schaupp. Ihm schwebt ein Anwesen, möglichst in Ulm oder naher Umgebung, vor. „Etwa 50 Hektar wären schön, aber 20 Hektar als Grundstock tun es auch“, sagt er.

Info Mehr zu Dienstleistungen und Waren: (0731) 3600710 oder
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