Die Monotypie ist ein Druckverfahren, mit dem man sehr malerische Blätter erzeugen kann. Die Werke, die Patrick Nicolas im Künstlerhaus (Grüner Hof 5) zeigt, sind dafür ein beredtes Zeugnis. In den geschwungenen Strukturen seiner Drucke erkennt man den dynamischen Pinselverlauf deutlich. Und doch ist das nur eine Art "indirekte Malerei", wie der 1962 in Rodez geborene und jetzt in Ulm lebende Künstler sein Verfahren umschreibt.

Auf den ersten Blick muten die meist großen Formate abstrakt an. Doch bald erkennt man, dass den stets mit zwei Platten gedruckten Blättern Gliedmaßen, ja ganze Figuren schemenhaft eingeschrieben sind. Der Druckgrund ist ein schwarzer, dynamisch angelegter Strukturteppich, über dem ein zweiter Druck in "Ulmer Nebelblau" liegt, wie Nicolas erklärt. Das ist ein helles, weiß durchdrungenes Blau. Allein durch Aussparung des Nebelblaus entstehen die schwarzen, schemenhaften Figuren. Handwerklich sind die Monotypien tadellos. Auch die zwei farblichen Ebenen leuchten formal ein, und die Entwicklung der figurativen Elemente ist geradezu raffiniert einfach. Allerdings wünschte man sich doch einmal eine etwas expressivere Entladung. Die Strukturen schlagen bei aller Differenz einen allzu harmonischen Gleichklang an (bis 9. Juni: Do/ Fr 14-18, Sa/So 11-16 Uhr).