Kommentar Chirin Kolb über den möglichen Ausbau der Straßenbahn In die Planung einsteigen

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Ulm / Chirin Kolb 24.08.2018

Noch ist die Linie 2 nicht auf dem Gleis, an der Strecke wird mit Hochdruck gebaut, um die erste fahrplanmäßige Fahrt am 9. Dezember einzuhalten. Anwohner, Händler, Autofahrer, Radler und Fußgänger leiden noch unter Sperrungen, Umleitungen, Lärm und Dreck. Auf 270 Millionen Euro summieren sich bis jetzt die Baukosten für die Linie 2. Auch wenn man den Kanalbau, der mit der Straßenbahn nichts zu tun, abzieht, bleibt eine gewaltige Summe übrig. Und jetzt denken manche schon an die nächste Großbaustelle: die Verlängerung der Linie 1 über Söflingen hinaus zur Kohlplatte. Muss das denn sein? Kommt das nicht zur Unzeit?

Ja, es muss sein. Nein, es ist genau die richtige Zeit – um nicht zu sagen: höchste Zeit. Wenn der Druck auf dem Wohnungsmarkt weiter anhält, wird die Kohlplatte in zehn Jahren entwickelt. Bevor die ersten Häuser stehen, muss die Erschließung klar sein. Falls die Straßenbahn zur Kohlplatte fahren soll, hieße das: Die Schienen müssen liegen. Doch Planung und Bau dauern Jahre.

Ob die Linie 1 mal an der Kohlplatte endet, ist offen. Jetzt geht es zunächst nur darum, in die Untersuchung einzusteigen, die Streckenführung zu planen, den volkswirtschaftlichen Nutzen zu berechnen, kurz: sich Klarheit zu verschaffen. Das sollte jeder mittragen können, ganz egal, ob man für den Ausbau ist oder nicht.

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