Projektraum In der „Putte“ geht es los

Malte Bartsch mit seiner Installation.
Malte Bartsch mit seiner Installation. © Foto: Volkmar Könneke
Neu-Ulm / Otfried Käppeler 24.06.2017

Ein schwebendes Zelt ist in den Räumen des neuen Projektraums „Putte“ zu bestaunen. Der in Berlin lebende Malte Bartsch gibt quasi einen Vorgeschmack da­rauf, was der Besucher zukünftig in den Räumen der Putte und im Stadtraum von Neu-Ulm zu sehen bekommt: im weitesten Sinn skulpturale Werke und Installationen, gerne mit partizipatorischen Momenten. Doch da sei man offen, sagte die Ulmer Künstlerin Janina Schmid, die für das Programm verantwortlich ist.

Bartschs Zelt gibt einen anschaulichen Eindruck vom Konzept dieser als Verein geführten Kulturinsel am Brückenweg 2. War es einmal in der Luft, spielten nicht wenige Besucher mit dem Zelt wie mit einem Luftballon. Ein auf dem Kopf schwebendes, dem Alltäglichen enthobenes Zelt wirkt zudem komisch.

Auf Effekte ist Bartsch nicht aus. Aus dem Zelt kommt ein kleiner Schlauch, der zu einer am Boden liegenden, mit Helium gefüllten Gasflasche läuft: eine Art Sichtbarmachen des Funktions- und Entstehungsprozesses.

Als Experiment mit alltäglichen Gegenständen sieht Bartsch sein Werk. Es beherrscht den Raum unaufgeregt, aber absolut. Ein Experiment ist es auch für den Betrachter, dem neue Perspektiven hinsichtlich seiner Alltagserfahrungen geboten werden. Und wenn Schmid ins Programm dezidiert „humorvolle Ansätze“ aufnehmen will, dann erfüllt das auf dem Kopf schwebende Zelt das auf subtile Weise.

Man kann das Zelt mit seinen Außenstreben aber auch klassisch als Plastik begreifen: mit seinem prallem Volumen, mit den linearen Elementen des Spanngestänges, mit den Durchbrüchen zwischen Gestänge und Volumen sowie mit der farbigen Fassung der Zeltplane und der -stäbe.

Dieser Auftakt ist nicht nur überzeugend einfach, er macht Lust auf das, was da kommen wird.

Info Das Zelt von Malte Bartsch ist noch heute, Samstag, von 14-18 Uhr in der Brückenstr. 2 zu sehen.