Ulm Im Sozialkaufhaus im Alltag Fuß fassen

Vom breiten Angebot an preiswerten Haushalts- und Spielwaren, Schuhen und Bekleidung sollen vor allem Menschen mit geringem Einkommen profitieren.
Vom breiten Angebot an preiswerten Haushalts- und Spielwaren, Schuhen und Bekleidung sollen vor allem Menschen mit geringem Einkommen profitieren.
KARIN REIMOLD 28.02.2013
Menschen mit geringem Einkommen finden im Sozialkaufhaus günstige Kleidung und Haushaltswaren. Die dort Beschäftigten finden Halt.

Zwei Fliegen mit einer Klappe wolle man mit dem neuen Sozialkaufhaus schlagen, hieß es bei der offiziellen Eröffnung in der Büchsengasse. Denn von dem breiten Angebot von gebrauchten, preiswerten Haushalts- und Spielwaren, Schuhen und Bekleidung können vor allem Menschen mit geringem Einkommen profitieren. Zum anderen sind im Kaufhaus Langzeitarbeitslose beschäftigt. Schritt für Schritt sollen die Mitarbeiter wieder in einen beruflichen als auch sozialen Alltag starten und darin Fuß fassen.

Ins Leben gerufen wurde das Sozialkaufhaus vom gemeinnützigen Träger Neue Arbeit, der langzeitarbeitslosen Menschen dabei hilft, auf dem freien Arbeitsmarkt wieder Beschäftigung zu finden. Insgesamt arbeiten 20 Angestellte auf der neuen Etage oberhalb des schon lange ansässigen Secondhand-Ladens in der Innenstadt.

"Bedürftigen Menschen ist es oft unangenehm, sich in einem kleinen Tafelladen blicken zu lassen. Hier auf den Etagen des Sozialkaufhauses ist dieser Makel weg", sagte Regionalleiterin Birgit Slave von der Neuen Arbeit. Für das "erste und einzige Sozialkaufhaus in Ulm" wünscht sich die Geschäftsführerin des gemeinnützigen Trägers, Birgitt Wölbing, vor allem, dass viele Kunden das breite Angebot annehmen. Dabei spiele auch die enge Zusammenarbeit mit den Jobcentern Ulm und Alb-Donau-Kreis eine wichtige Rolle, sagte sie und bedankte sich bei den anwesenden Vertretern, die die Arbeitssuchenden an das Kaufhaus vermitteln.

"Ich arbeite mit Freude hier, bin wieder fröhlich und hab ein bisschen mehr Schwung", berichtete Roland Kazmark, der seit einem Jahr im Secondhand-Laden beschäftigt ist. Aus gesundheitlichen Gründen konnte der ehemalige Sicherheitsdienstangestellte nicht mehr Vollzeit arbeiten und bekam die Unterstützung vom Jobcenter. Jetzt ist er für das Etikettieren im Laden verantwortlich, ist dafür sogar Abteilungsleiter und hoffnungsvoll, schon bald wieder eine Stelle auf dem freien Arbeitsmarkt zu bekommen. Denn darum geht das Beschäftigungsprojekt schließlich.

Paul Junginger vom Jobcenter Alb-Donau-Kreis freute sich über das Projektergebnis und betonte, dass das Sozialkaufhaus nicht nur für Hartz IV-Empfänger ein Gewinn sei, sondern auch für immer mehr Betroffene der Altersarmut. Abschließend wünschte er den künftigen Kunden einen guten Fund.