Nach der Baustelle ist vor der Baustelle. Das gilt zumindest für die Anwohner des Eselsbergs. Die Arbeiten für die Linie 2 sind noch nicht abgeschlossen, da beginnt das nächste große Projekt. Anfang November sollen die ersten Bagger auf dem Areal der früheren Hindenburg-Kaserne anrollen, dann startet der Bau des künftigen Quartiers „Am Weinberg“. Bisher wurde nur abgebrochen. Den bevorstehenden Baubeginn bezeichnet Baubürgermeister Tim von Winning  als Meilenstein.

Bevor es jedoch in die Höhe geht, geht es in die Tiefe. Als erstes stehen Erschließungsarbeiten an, also das Verlegen von Kanälen und Leitungen, sowie der Straßenbau. Mitte nächsten Jahres will die städtische Wohnungsgesellschaft UWS dann mit dem ersten Hochbauprojekt beginnen: dem Bau von 137 Wohnungen und einer viergruppigen Kindertagesstätte entlang des Weinbergwegs, ganz am nordwestlichen Rand des Gebiets.

Mehr als 200 Wohnungen

Gleich im Anschluss daran planen UWS und Heimstätte gemeinsam den zweiten Bauabschnitt: weitere rund 170 Wohnungen und 800 bis 1000 Quadratmeter Gewerbeflächen. Bis 2022 soll alles bezugsfertig sein. „Das sind ehrgeizige Ziele“, sagt UWS-Geschäftsführer Frank Pinsler. Das schnelle Tempo ist zum Einen dem Mangel an günstigen Mietwohnungen geschuldet, zum Anderen aber auch einem finanziellen Aspekt. Der Bund, dem das frühere Bundeswehr-Gelände gehörte, gewährt der Stadt Ulm einen Preisnachlass, wenn sie innerhalb von fünf Jahren sozial geförderte Wohnungen baut.

Der Baubürgermeister ist froh, dass das mit der UWS möglich ist. „Wir sind heilfroh über eine solch leistungsfähige Wohnungsgesellschaft.“ Auch in finanzieller Hinsicht. In den ersten Bauabschnitt investiert die UWS rund 45 Millionen Euro, in den zweiten zusammen mit der Heimstätte bis zu 60 Millionen. Die Durchschnittsmiete bei der UWS liege bei 5,70 Euro pro Quadratmeter.

Das Viertel Am Weinberg soll ein urbanes Quartier werden, dicht bebaut, mit einem Mix aus Wohnen, Gewerbe, Gastronomie, aus unterschiedlichen Investitionsformen und Bewohnerschichten.  „Möglichst viel Vielfalt also“, sagt von Winning. Mehr als 200 Bäume und gut gestaltete Grünflächen sollen zur Aufenthaltsqualität beitragen.

Der Weinberg soll zudem ein innovatives Viertel werden. Die Stadt will die Voraussetzungen in der Infrastruktur schaffen, beispielsweise über Glasfaserleitungen bis in die Wohnungen.

Das könnte dich auch interessieren:

Für Krankenschwestern und Feuerwehrleute


Geförderter Wohnungsbau zielt längst nicht mehr nur auf Sozialleistungsempfänger, sondern „auf den Mittelstand, auf Krankenschwestern, Feuerwehrleute, einfache Angestellte“, sagt UWS-Geschäftsführer Frank Pinsler. Die Einkommensgrenzen, die zum Bezug solch günstiger Mietwohnungen berechtigt, wurden angehoben.

Die städtische Wohnungsgesellschaft UWS baut am Weinberg gemischte Wohnhäuser mit geförderten und frei finanzierten Wohnungen – mit gleicher Ausstattung. Man werde es einer Wohnung nicht ansehen, zu welcher Kategorie sie zählt. Pinsler ist überzeugt: „Die soziale Mischung tut jeder Hausgemeinschaft und jedem Viertel gut.“