Polizei Im Neuen Bau entsteht ein Lagezentrum für die Polizei

Unterm Dach im neuen Bau entsteht ein neues Lagezentrum der Polizei.
Unterm Dach im neuen Bau entsteht ein neues Lagezentrum der Polizei. © Foto: Matthias Kessler
Ulm / CHRISTINE LIEBHARDT 23.03.2016
Organisatorisch sitzt das Polizeipräsidium schon im Neuen Bau. Jetzt bekommt es zusätzlichen Raum: Unter dem Dach wird ein neues Lagezentrum gebaut - für 4,6 Millionen Euro.

Unangreifbar muss es sein und in jeder Lage funktionieren, unabhängig von äußeren Einflüssen. 150.000 Notrufe im Jahr gehen dort ein, und alle Einsätze koordiniert die Polizei von ihm aus, ob Mordkommission, Abschleppdienst oder Feuerwehr: Das Führungs- und Lagezentrum (FLZ) ist so etwas wie das Gehirn des Polizeipräsidiums Ulm, das im Neuen Bau sitzt.

Und seit der Polizeireform ist der Ort, an dem alle Fäden zusammenlaufen, viel zu klein. Denn im Januar 2014 wurde Ulm Polizeipräsidium - und ist damit für die Leitung aller Einsätze im Alb-Donau-Kreis, Biberach, Göppingen und Heidenheim zuständig. "Das neue FLZ wird das letzte Bindeglied der neuen Organisation", sagte Polizeipräsident Christian Nill am Dienstag.

Wobei nur umgebaut wird - unter dem Dach. "Wir haben eh schon keinen Platz. Uns blieb gar nichts anderes übrig, als in die Höhe zu gehen", erklärte Wilmuth Lindenthal vom Ulmer Amt für Vermögen und Bau Baden-Württemberg. "Mit seiner kleinteiligen Struktur ist der Neue Bau eigentlich ungeeignet für solche vielfältigen Aufgaben."

Der neue, drei Mal größere Lageraum sowie der Funksprechraum entstehen im Dachgeschoss entlang der Neuen Straße über Eck hin zum Münsterplatz. Sie werden mit modernster Technik ausgestattet und sollen etwa 3,50 Meter hoch werden. Betondecken, Träger und Balken werden dafür entfernt. Das geht, weil sie erst eingezogen wurden, nachdem ein Brand 1924 das historische Gebäude fast vollkommen zerstört hatte. "Sonst hätte uns das Landesdenkmalamt einen Strich durch die Rechnung gemacht", erläuterte Lindenthal.

Die charakteristischen Dachgauben des ehemaligen Getreidespeichers bleiben bestehen. Im Inneren werden die Träger durch Stahlkonstruktionen ersetzt. Lichttechnik und Klimaanlage sollen für eine angenehme Atmosphäre sorgen. An den Arbeitsplätzen soll es nur noch Bildschirme geben, die direkt mit einem Server verbunden sind.

Angela Wehling vom Ulmer Amt für Vermögen und Bau bringt es so auf den Punkt: "Das ist eine Hightech-Ausstattung in einem historischen Gebäude, das ist eine richtige Herausforderung." Die hat ihren Preis: 4,6 MillionenEuro kostet der Umbau. Polizeipräsident Nill: "Wir hätten auch im Hof anbauen können, aber das wäre noch teurer geworden." Allein die Technik frisst etwa 60 Prozent des Budgets.

Die Arbeiten finden hauptsächlich in den Innenräumen statt, nur ein Teil des Daches muss abgedeckt werden. "Der Individualverkehr in der Neuen Straße ist nicht beeinträchtigt", sagt Polizeipräsident Nill. Im Herbst nächsten Jahres soll das neue Lagezentrum fertig sein. "Unser Ehrgeiz ist, dass man dann von außen nichts sieht."

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