Neu-Ulm / EDWIN RUSCHITZKA Fahrplanmäßig hält in Neu-Ulm kein ICE. Was aber nicht heißt, dass in Neu-Ulm mitunter nicht doch einmal so ein Schnellzug aus der weißen Bahn-Flotte Station macht.

Das war mit prominenten Gästen an Bord bei der Freigabe der tiefergelegten Gleise im Dezember 2007 so. Das wird man wieder so sein - und zwar am Samstag, 6. Juni, um 12.30 Uhr. Der Grund: In Neu-Ulm wird ein ICE auf den Namen Neu-Ulm getauft - passend zum Stadtfest, dass an diesem Tag auch gefeiert wird.

Kein ICE-Halt, aber Namenspatron für einen ICE sein - geht das überhaupt? Ja, es geht, denn in der Republik fahren insgesamt mehr als 200 getaufte Züge. Und nicht jeder trägt den Namen einer Stadt, in der der Zug auch tatsächlich hält. An besagtem Samstag, 6. Juni, soll der ICE pünktlich um 12.30 Uhr - was man bei der Bahn ja nicht immer so genau weiß - in Neu-Ulm eintreffen. An Bord ist auch bayerische Bahnbevollmächtigte Klaus-Dieter Josel, der von Bürgermeister Albert Obert erwartet wird. Die kirchliche Segnung werden die evangelische Dekanin Gabriele Burmann und der katholische Kaplan Raphael Steber übernehmen. Und die Taufe mit Donauwasser obliegt dann der Neu-Ulmer Hochschulpräsidentin Prof. Uta Feser. Dann rauscht der ICE Neu-Ulm wieder von dannen.

Im November 2002 wurde in Ulm ein ICE mit den Namen Ulm getauft, seinerzeit von OB Ivo Gönner und dem damaligen baden-württembergischen Bahnbevollmächtigten Dr. Peter Schnell. Gönner setzter sich eine Schaffner-Mütze auf den Kopf, nahm eine Schaffnerkelle in die Hand und demonstrierte, dass er auch diesen Beruf ausüben könnte. Bei der Taufe in Neu-Ulm weilt OB Gerold Noerenberg im Urlaub. Daher muss Albert Obert ran.

Für ihn ist dieser Samstag ohnehin ein Großkampftag. Um 11 Uhr wird er das erste Fass Bier fürs beginnende Stadtfest anzapfen, das auf dem Rathaus-, Johannes- und Petrusplatz über die Bühne geht. Um 13.15 Uhr muss Obert die Sieger des Stadtkönigschießens auszeichnen. Und dazwischen mal schnell zum Bahnhof sprinten. Für einen über 70-Jährigen eine stramme Leistung. Das Stadtfest wird ablaufen wie immer - mit umfangreichen Angeboten von Essen und Trinken, mit Blas- und Partymusik der Pfuhler Feuerwehrkapelle, der Partyband "Live on Stage" (Rathausplatz), mit der Dieter-Jürgens-Schlagerband (Petrusplatz) und mit "N'Cognito" aus Stuttgart auf der dritten Bühne (Johannesplatz. Schluss ist um 23.30 Uhr.