Ulm Hypovereinsbank streicht viele Stellen

FRANK KÖNIG 12.04.2014
Wegen des Trends zum Online-Banking baut die Hypovereinsbank die Hälfte ihrer Filialen ab. In Ulm wurden zuletzt bereits deutlich Stellen reduziert.

Die Hypovereinsbank hat im Zuge eines schon länger angekündigten Abbauprogramms in der Ulmer Niederlassung in größerem Umfang Stellen abgebaut. Die Mitarbeiterzahl in insgesamt 13 Filialen verringerte sich zweistellig von 120 auf 105, wie aus den Bilanzunterlagen der Hypo-Region Südwest hervorgeht. Hypo-Sprecher Markus Block betonte jedoch, es habe dabei keine Kündigungen gegeben. Der Abbau wurde über Aufhebungsvereinbarungen und Abfindungen geregelt.

Derweil steht in der Sparte Privatkunden erneut ein erst zum Jahresanfang bekanntgewordenes Sparprogramm bevor. Wegen des Trends zum Online-Banking schließt die Hypo etwa die Hälfte ihrer bundesweit rund 600 Bankfilialen und baut dabei ein Drittel der Mitarbeiter ab, insgesamt rund 1500. Es bleibt vorerst unklar, welche Filialen im Ulmer Einzugsgebiet dichtgemacht werden. Block sagte, die Verhandlungen mit dem Betriebsrat liefen noch. Die Bank setzt künftig mehr auf Video- und Online-Beratung.

Zur Niederlassung Württemberg-Ost gehören in der von Matthias Böhmer geleiteten Sparte Privatkunden folgende Standorte: Ulm, Neu-Ulm, Weißenhorn, Illertissen, Heidenheim, Biberach, Ravensburg, Friedrichshafen, Lindau (zweimal), Konstanz, Lindenberg und Wangen. Die Hypo-Unternehmerbank ist in Ulm, Ravensburg, Lindau und Konstanz vertreten, unter Leitung von Guido Krickl. In dieser Sparte ging die Mitarbeiterzahl ebenfalls zurück: von 55 auf 45.

Zu den Geschäftszahlen: Das bilanzielle Einlagevolumen der Niederlassung erhöhte sich 2013 stark auf 350 (Vorjahr 320) Millionen Euro. Block sieht darin einen Ausdruck des Vertrauens in die kapitalstarke Geschäftsbank. Das betreute Anlagevolumen inklusive Depots nahm von 900 Millionen auf 1,2 Milliarden Euro zu. Wegen der hohen Tilgungen in der finanzstarken Region gab es dagegen einen Rückgang beim Kreditvolumen auf 380 (395) Millionen Euro. Bei neuen Immobilienfinanzierungen gab es allerdings einen leichten Zuwachs auf 28 (27) Millionen. Dieses Geschäft läuft nach den Worten des Sprechers weiter auf Hochtouren.

In der Unternehmerbank ist der Trend ähnlich: Das Kreditvolumen sank wegen Tilgungen auf 650 (670) Millionen, das Anlagevolumen stieg auf 520 (470) Millionen Euro.