Der Anbieter von Internet- und Mobilfunklösungen via Satellit Level 421 will noch vor Schwörmontag einen kostenlosen Internet-Zugang über Funk auf dem Münsterplatz bereitstellen. Dazu wurde bereits eine Antenne auf dem Dach des Haushaltswarengeschäfts Abt installiert. Die Nutzung des so genannten Wlan-Hotspots ist einmal pro Tag eine halbe Stunde kostenlos möglich, berichtete Markus Haut von Level 421 in der Küfergasse. Die Anmeldung erfolgt über die eigene Handynummer, an die ein vierstelliges Passwort versandt wird.

Der Hotspot soll besonders auch den Kunden von Abt zugute kommen, erläuterte Geschäftsleiter Gunter Strauß. Außerdem plant Abt eine Verkaufsberatung mit Tablet-Computern, die ebenfalls über die neue Funkverbindung ans Internet angeschlossen werden sollen. Level 421 setzt dafür nach eigenen Angaben modernste Technik mit einer Bandbreite von 1 Gigabit ein, es können gleichzeitig 1000 Leute surfen.

Haut macht klar, dass der Spezialist für mobile Kommunikation, der vor allem in Afrika tätig ist, keine Probleme mit diesen Größenordnungen hat. In der angolanischen Hauptstadt Luanda könne man auf dem Weg über eine Satellitenlösung 40.000 Nutzer ans Internet anbinden. Haut möchte weitere Hotspots in Ulm aufbauen, die er auch registrierten Nutzern seines neuen örtlichen Internet- und Telefonangebots Ulm-Connect zugänglich machen will.

Der finanzielle Nutzen soll zumindest bei den Hotspots nicht im Vordergrund stehen: Es gibt keine Überlegungen, nach der kostenlosen halben Stunde auf ein Bezahlangebot zu wechseln. Die Kreditkarten-Provision sei bei Kleinzahlungen zu hoch, sagte Haut, und bei Kreditkartenbetrug gebe es hohe Strafzuschläge. Man könne höchstens einen Automaten aufstellen, aus dem man Passwörter ähnlich wie einen Parkschein ziehen kann.

Haut kommt mit seiner Lösung den Hotspots der Stadt Ulm auf dem Münsterplatz, Marktplatz sowie Hans- und-Sophie-Scholl-Platz zuvor. Die Stadt hat mit der Realisierung ihre Tochter SWU-Telenet beauftragt, was Haut für einen unzulässigen Eingriff in den Wettbewerb hält. Er hat zur Klärung eine Spezialkanzlei für Medienrecht beauftragt. Aus Sicht Hauts sind die budgetierten rund 320.000 Euro für die Hotspots und acht Jahre Wartung eine Steuerverschwendung. Er könne eine Lösung für 80.000 Euro bieten.

Finanzbürgermeister Gunter Czisch sagte, man habe den Ausbau der Hotspots wegen der unklaren Rechtslage zurückgestellt. Czisch betonte, die Stadt habe die SWU-Telenet mit der Umsetzung des Projekts beauftragt, um wettbewerbsneutral zu agieren und keinen der professionellen Mobilfunk-Anbieter zu bevorzugen. Somit werde außerdem keinem kommerziellen Anbieter der Zugang zu städtischen Gebäuden wie dem Stadthaus für die Installation von Antennen gewährt. Beim Thema Elektrosmog gebe es große Sensibilitäten in der Bevölkerung. Gleichwohl wolle die Stadt längerfristig einen einheitlichen mobilen Internetzugang schaffen, auch über Handel und Gastronomie. Das Thema Wlan-Hotspots werde immer wichtiger – aus Sicht Hauts auch deshalb, weil die Infrastruktur für Mobilfunk überlastet ist und der Bedarf an Bandbreiten wächst.