Ulm Hofreiter stellt sich Basis in Ulm

Grüne unter sich: Bundespolitiker Anton Hofreiter (links) mit Landtagsabgeordneten Jürgen Filius.
Grüne unter sich: Bundespolitiker Anton Hofreiter (links) mit Landtagsabgeordneten Jürgen Filius. © Foto: Volkmar Könneke
BEATE STORZ 15.07.2016
Anton Hofreiter in Ulm. Der Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag erläutert seine Positionen auf Einladung der Ulmer Grünen. Der Bundestagswahlkampf ist an der Donau angekommen.

Wodurch zeichnen sich Spitzenkandidaten der Grünen aus? Um darauf eine Antwort zu finden, lud der Kreisverband der Grünen in Ulm diese einfach ein. Den Anfang machte der Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag, Anton Hofreiter. Elke Reuther, die Vorsitzende des Ulmer Kreisverbandes, will auch Cem Özdemir, Robert Habeck und Katrin Göring-Eckardt nach Ulm bitten, damit sich die Ulmer vor der Bundestagswahl nächstes Jahr ihr eigenes Bild machen können.

Anton Hofreiter sprach im vollen Weststadthaus über aktuelle bundespolitische Themen. Elke Reuther übernahm die Moderation und fragte Hofreiter gleich, was er täte, wenn er Bundeskanzler würde. Darauf reagierte er mit einen Lächeln, um schnell wieder ernst zu werden. Hofreiter analysiert, dass sich in Europa, wo es den Menschen gut geht, immer mehr Angst und Unsicherheit ausbreite. Sie treibe die Menschen in die Arme rechtspopulistischer Parteien wie die AfD, den Front National in Frankreich oder die FPÖ in Österreich. Laut Hofreiter sind es vor allem Arbeiter, die sich diesen Parteien anschließen. „Wir sind eine Gesellschaft der Angst“, schlussfolgert Hofreiter. Dagegen müsse etwas unternommen werden. „Wir brauchen eine funktionierende Polizei, denn es kann nicht sein, dass die Aufklärungsrate bei ausländerfeindlichen Taten so niedrig ist.“

Wichtig für ihn: Das Flüchtlingsproblem nicht in Europa, sondern in den Herkunftsländern zu lösen, also die Fluchtursachen zu bekämpfen. „Niemand flieht gern aus seiner Heimat. Beim Migrationsgipfel in Malta im Herbst haben die EU-Staaten völlig versagt“, meint Hofreiter. Ein weiterer Punkt: Er verurteilt die Subvention der Landwirtschaft in Europa und Amerika. „Unterdessen werden Tomaten und Milchpulver aus Europa in Afrika verkauft. Die Subvention macht die Produktion so billig, dass afrikanische Bauern mit den Preisen der europäischen Landwirte nicht mithalten können.“

Hofreiter möchte sich im Wahlkampf mehr den Umweltthemen widmen. „Was ihr hier in Baden-Württemberg geschafft habt, ist toll. Ihr habt einen Nationalpark und eine moderne Bildungspolitik“, lobte er mit Blick auf den grünen Landtagsabgeordneten Jürgen Filius.

Hofreiter möchte die  Energiewende fortsetzen, für einen fairen Umgang mit anderen Ländern und Handelspolitik kämpfen. „Die billigen Tomaten aus Europa schaden den Afrikanern, aber billiger Stahl aus China macht Arbeitsplätze in Deutschland kaputt.“