Ulm Hochwasserschutz in der Friedrichsau kostet eine Million Euro

CAROLIN STÜWE 17.02.2013
Die Friedrichsau muss durch einen höheren Damm vor Hochwasser geschützt werden. Diese Woche werden jedoch erst mal Bäume gefällt.
Voraussichtlich 14 Bäume und Buschwerk werden diese Woche in der Friedrichsau entlang der Donau gefällt beziehungsweise gerodet. Dadurch kann es auf dem Fuß- und Radweg in Höhe des SSV- sowie des Ausstellungsgeländes zu Behinderungen kommen. Verantwortlich dafür ist nicht die Stadt Ulm, sondern der Landesbetrieb Gewässer des Regierungspräsidiums Tübingen. Denn das Land Baden-Württemberg ist der Bauherr des gesamten für den kommenden Herbst geplanten Projekts „Hochwasserschutz Friedrichsau“ .

Der Erddeich, der westlich des heute bestehenden Deichs ganz neu aufgeschüttet werden muss, verläuft vom Zollernring im Süden parallel zur Donau bis zum nördlichen Ende des Geländes an der Talfinger Uferstraße.

Der neue Damm wird je nach Topographie des Geländes zwischen 50 und 100 Zentimeter hoch werden, sagt Peter Faigle vom Landesbetrieb Gewässer. Zur Donau hin wird die Böschung steil, zum Stadtpark Friedrichsau hin flach abfallen. Der Weg auf der Deichkrone soll mit einer Asphaltkrone befestigt werden. Auf einer Länge von rund 200 Metern wird am Donauufer eine renaturierte Flachwasserzone mit Schilfgras angelegt – für die Vögel und Amphibien.

Beginn der Erdarbeiten soll im Herbst nach der Vegetationszeit sein. Faigle rechnet je nach Witterung mit einer Bauzeit von vier bis fünf Monaten. Die Bäume, die diese Woche entlang des Flussufers gefällt werden, sollen dann durch neue ersetzt werden.

Bei der Planung des Dammes galt von Anfang an die Prämisse, den Eingriff in den Baumbestand der Au so gering wie möglich zu halten, versichert Faigle. Wäre der schon bestehende Damm einfach erhöht worden, hätten mehr Bäume gefällt werden müssen, die dort in seinem nächsten Umfeld wachsen.

Der Dammbau war eigentlich schon für vergangenes Jahr vorgesehen, jedoch hatte zu dem Zeitpunkt noch das Geld dafür gefehlt. Das Land übernimmt den Löwenanteil der Gesamtkosten in Höhe von 960 000 Euro, die Stadt Ulm beziehungsweise ihre Entsorgungsbetriebe, die für den Hochwasserschutz zuständig sind, zahlen 30 Prozent, also 288 000 Euro. Das Geld ist im Haushalt veranschlagt.