Neu-Ulm Hochwasser: "Jetzt hat es uns zum dritten Mal erwischt"

Neu-Ulm / BIRGIT EBERLE 03.06.2013
Die Sandsäcke halfen nichts: Das Lokal „Silberwald“ wurde vom Wasser heimgesucht. Nun beseitigt das Team um Wirt Martin Baur die Folgen.

Das freudige Ereignis, 75 Jahre Wirtshaus „Silberwald“, hat Martin Baur erst vor kurzem gefeiert. Und nun das: Hochwasser. „Jetzt hat es uns zum dritten Mal erwischt“, sagte Martin Baur am Montag emotionslos. Zwar hat das Hochwasser in den Jahren 1999 und 2005 weitaus größere Schäden in und an der beliebten Ausflugsgaststätte im Illerholz bei Ludwigsfeld angerichtet, dennoch ist der Mann bedient: Er und seine Frau waren samt Angestellten, Verwandten und weiteren fleißigen Helfern fast die ganze Nacht von Sonntag auf Montag im Einsatz. Zuerst versuchten sie mit vereinten Kräften, die Eingangstüren mit Holz und Sandsäcken gegen die Wassermassen zu schützen. Die Kühlgeräte im Ausschank des Biergartens waren schon vorher an einen sicheren Ort gebracht worden.

Gegen 19.30 Uhr habe sich die Situation verschärft. „Wir schauten im Internet ständig nach, wie der Stand der Iller in Kempten gerade ist, denn das erwartet uns dann so acht Stunden später“, erzählte Baur. Eine halbe Stunde nach Mitternacht habe die Iller bei Wiblingen seines Wissens den Pegel von rund sieben Metern erreicht, danach habe es kein Halten mehr gegeben: Das Wasser suchte sich trotz der Sandsäcke und Holzverschläge einen Weg ins Haus. „Mit vereinten Kräften haben wir das Wasser von der Gaststube in den Keller geschafft“, beschrieb Baur den Einsatz. Vom Keller sei es dann mit einer Tauchpumpe nach draußen befördert worden. Erst gegen halb vier Uhr morgens habe sich die Lage entspannt. „Dann haben wir uns etwas ausruhen können.“ Selbst am Montagmittag war die Zufahrt von Ludwigsfeld zum Wirtshaus noch teilweise überflutet. Im Biergarten und auf dem Spielplatz stand das Wasser mehr als knöchelhoch. Und die angrenzenden Wiesen, die Baur bewirtschaftet, hatten Seen-Charakter. „Daraus kann man jetzt kein Heu mehr machen“, kommentierte er das abgesoffene Grün.

Die Aufräum- und Putzarbeiten kamen am Montag gut voran. Und so will Martin Baur den Gastronomiebetrieb möglichst schnell wieder aufnehmen: „Wenn alles gut geht, machen wir Richtung Wochenende wieder auf.“