Region Hochwasser in Ulm und Neu-Ulm: Das Schlimmste ist überstanden

Region / MANUEL BOGNER 03.06.2013
Die Wasserstände von Donau und Iller sinken, die Region hat das Hochwasser mit "einem blauen Auge überstanden", wie Einsatzleiter auf beiden Seiten der Donau sagen. Das Restaurant des Fischerheims im Sandhaken steht dennoch unter Wasser. Und in der Talfinger Uferstraße brandet das Wasser durchs Wehr.
Wie Streichhölzer schaukeln Baumstämme auf der Gischt am Ulmer Wehr. Einige Meter weiter schaufelt ein Bagger Treibholz aus der Donau in einen Container. Die Mitarbeiter des Ulmer Wehrs sind im Dauereinsatz. Auch andernorts haben die Aufräumarbeiten nach dem Hochwasser schon am Montagmorgen begonnen.

Wie Andreas Hoffzimmer, Stadtbrandmeister der Feuerwehr Neu-Ulm mitteilt, sinkt der Wasserstand der Donau seit Montagmorgen um fünf Uhr, der der Iller seit drei Uhr früh. "Das Schlimmste ist überstanden", sagte er der SÜDWEST PRESSE. In Neu-Ulm werden mobile Hochwasserschutz-Elemente wieder abgebaut. Doch das Schwimmbad Wonnemar blieb den Tag noch geschlossen.


Bis Montagnachmittag, 16 Uhr, war die Ulmer Feuerwehr 25 Mal im Einsatz, nicht jedoch wegen Überflutungen, sondern wegen Druckwassers aus dem Untergrund. In Neu-Ulm rückte die Feuerwehr aus demselben Grund sechs Mal aus. "Wir sind mit einem blauen Auge davon gekommen", sagt Reiner Schlumberger, stellvertretender Kommandant der Ulmer Feuerwehr.

Dennoch kämpfen manche Menschen auch am Montag noch mit dem Wasser. Etwa Marion Hummel, die mit ihrem Mann das Restaurant "Speisegaststätte im Fischerheim" im Sandhaken betreibt. "Gestern Nachmittag hatten wir noch Gäste", sagt Hummel, die in einer Wathose auf einem Hügel vor der Gaststätte steht. Nun steht das Wasser im Gastraum einige Zentimeter hoch. Das Haus, in dem Hummel mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern lebt, steht in einem kleinen See. "Zum Glück wohnen wir im ersten Stock."

Das Technische Hilfswerk, das wenige Meter weiter untergebracht ist, hat der Familie eine Wasserpumpe geliehen, die unentwegt läuft. "Langsam geht das Wasser zurück", sagt Hummel, die nicht abschätzen mag, wie hoch der Schaden ausfällt. Wahrscheinlich bleibe man auf den Kosten sitzen, vermutet Hummel, die die Gaststätte seit zehn Jahren mit ihrem Mann betreibt. "Am 1. Juni hatten wir Zehnjähriges", sagt sie. "Das ist ins Wasser gefallen."