„Für die Forschung – in die Forschung.“ Mit dieser Idee startete Prof. Michael Kaufeld kurz nach Schwörmontag eine Spendenaktion zugunsten der Kinderkrebsforschungsförderung.

Preisgeld gestiftet

Anlass war die Verleihung des Wissenschaftspreises der Stadt Ulm an den an der Technischen Hochschule Ulm tätigen Professor. Der zur Fakultät Mechatronik und Medizintechnik gehörige Dozent war im Juli für seine Forschungsaktivitäten im Bereich Produktionstechnik ausgezeichnet worden (wir berichteten). Sein Preisgeld von 7500 Euro nutzte er zum Start der Aktion – auch aus persönlichen Gründen.

Persönlich betroffen

Denn vor fast 10 Jahren wurde in seinem Familienkreis eine Krebserkrankung diagnostiziert, erzählt Kaufeld. Dank moderner Therapiemöglichkeiten sei diese erfolgreich behandelt worden. „Damals mussten wir aber erkennen, dass die Finanzierung der anwendungsorientierten Forschung nicht die gebührende Unterstützung erhält.“

Partner aus Industrie gewonnen

Deshalb habe er seinen Forschungspreis in die Kinderkrebsforschung „reinvestieren“ wollen, so Kaufeld. Seine wissenschaftliche Arbeit an der Hochschule sei auch deshalb erfolgreich, weil er ein gutes Netzwerk von Partnern und Firmen aus Industrie und Wirtschaft habe, sagt er. Auf dieses Netzwerk griff der Wissenschaftler zurück und gewann mehr als ein Dutzend Partner für seine Spendenaktion.

Fokus auf Hirntumoren

Anfang Dezember übergab Kaufeld in Bonn der Deutschen Kinderkrebsstiftung stellvertretend für alle Unterstützer einen symbolischen Scheck über die Summe von 25 400 Euro.  Das Geld wird für das von der Stiftung geförderte „HIT-Netzwerk“ eingesetzt. Es handelt sich um ein Verbundforschungsprojekt für Kinder und Jugendliche mit Hirntumoren, in dem klinische Therapiestudien, Register und Begleitforschungsprojekte interdisziplinär kooperieren. Im Zentrum von HIT stehen aber die patientenbetreuenden Kliniken – derzeit rund 60 in Deutschland.

Nach Leukämie und Lymphomen handelt es sich bei den Hirntumoren um die häufigste Krebserkrankung bei Kindern und Jugendlichen. Kaufeld: „Damit werden Kinder und Jugendliche in den Mittelpunkt gestellt, deren Prognose oft noch vergleichsweise ungünstig ist und die als Überlebende mit vielfältigen Spätfolgen belastet sind.“