Friedrich-Ebert-Straße Ulm: Sperrung sorgt für Verkehrschaos am Bahnhof

Ulm / Frank König und Chirin Kolb 31.07.2018
Die Sperrung stadtauswärts am Bahnhof führte zeitweise zu chaotischen Zuständen, vor allem am engen provisorischen Taxistand.

Nach der Sperrung der Friedrich-Ebert-Straße am Hauptbahnhof stadtauswärts wurden am Montag gleich die ersten Defizite sichtbar. Über Mittag war die Lage zwischen Theater und Xinedome chaotisch: weil vielen Autofahrern nicht klar ist, dass es nach der Olgastraße auf Höhe Bahnhof nicht mehr weitergeht. Die ersten massiven Hinweise auf die Sperrung tauchen erst am Theater selbst auf – und da sitzt man schon in der Falle. Denn wer eigentlich in Richtung Ehinger Tor fahren wollte, muss nun in die Andienungsschleife hinter der Post mit dem neuen Taxistand.

Die Ausfahrt erfolgt zurück über die Olgastraße, wo erneut an der Kreuzung Wengengasse nur eine einzige Fahrspur nach Osten zur Verfügung steht. Etliche Autofahrer nutzen den stockenden Verkehr, um schon auf Höhe Telekom zu wenden, bloß nicht in die Taxi-Engstelle zu geraten und über die Neutorstraße oder Frauenstraße aus der Stadt herauszukommen. Beide Strecken waren im Berufsverkehr stark belastet.

Taxifahrer außer sich

Zwischen Post und Bahnhof waren einige Taxifahrer außer sich, weil sie den ganzen fehlgeleiteten Umleitungsverkehr abbekommen: an einer Stelle, an der es wegen der neuen Taxispur ohnehin zu eng ist. Es gab heiße Diskussionen mit einer städtischen Abordnung unter Eva Zimmermann von der Koordinierungsstelle Großprojekte.

Zimmermann wies die Forderung der Taxifahrer nach Benutzung der in südlicher Richtung führenden Busspur vehement zurück. Weil die Taxifahrer an der Kreuzung Olgastraße bis Wengengasse nun ebenfalls längere Zeit im Stau stehen, kostet eine Taxifahrt ab Bahnhof nach ihren Worten zwischen sieben und elf Euro mehr.

„Unter aller Sau“

So könne es keinesfalls weitergehen. Einer sagte: „Sagen Sie dem Baubürgermeister, er soll selber mal einen Tag Taxi fahren.“ Dann wüsste er Bescheid. Ein anderer Fahrer nannte die Situation „unter aller Sau“. Zimmermann wies darauf hin, dass die Busspur und die Straßenbahntrasse von den SWU kontrolliert werden. Ein Mitarbeiter in ihrem Tross sagte zu, die Verkehrsschilder zu checken.

So sind die Schilder zum Bahnhof wie bisher: weil er ja weiter erreichbar ist – man dann aber in der Schleife steckt. Apropos: Auch im Parkhaus Deutschhaus steckten erneut Autofahrer fest, bis in den fünften Stock, weil sie über die Friedrich-Ebert- und Olgastraße staubedingt nicht rauskamen. Sie alarmierten die Polizei. Seitens der Task Force Straßenbahn machte Torsten Fisch wenig Hoffnung auf eine Änderung: Die Engstelle in der Olgastraße Höhe Handwerkskammer werde wegen des Ausbaus der Haltestelle auf absehbare Zeit bleiben. Man wolle aber die Ampeln auf Durchfahrt stellen.

Auch der Handel ist sauer

Es gab auch Beschwerden aus dem Handel. Ein Kunde habe von der Zinglerstraße zur Platzgasse 43 Minuten gebraucht, hieß es. Man befürchte Einbußen.

„Wie erwartet unrund“ verlief der erste Tag der Sperrung nach Einschätzung von Harald Walter von der Koordinierungsstelle Großprojekte. Es dauere immer drei, vier Tage, bis sich der Verkehr eingespielt und die Autofahrer an die neue Situation gewöhnt hätten.

Allerdings seien wohl auch noch nicht alle Umleitungsschilder an Ort und Stelle gewesen, eventuell müsse nachgebessert werden. Er hofft, dass sich die Lage in den nächsten Tagen entspannt. „Wir behalten alles im Blick. Wenn es größere Probleme geben sollte, steuern wir nach.“

Vom Bahnhofplatz 7 ist bald nichts mehr übrig

Abriss Das Gebäude Bahnhofplatz 7 wird ratzfatz dem Erdboden gleichgemacht. Als letztes bleibt der Treppenhausturm stehen, weil der für die Stabilität des Hauses wichtig ist. In Richtung Friedrich-Ebert-Straße und Baustelle Sedelhöfe wird der Abriss aus Sicherheitsgründen schwieriger, weil wegen des Verkehrs, der Fußgänger und Bauarbeiter erhöhte Vorsicht geboten ist.

Bauschutt Auch wenn die Wände schnell fallen: Die gesamten Abbrucharbeiten dauern bis Anfang September. Denn die Mengen an Bauschutt müssen an Ort und Stelle sortiert werden, wie eine Sprecherin des Investors DC Developments auf Anfrage sagte. Stahl, Beton, Wasserrohre und sämtliche anderen Versorgungsleitungen müssen fein säuberlich getrennt werden.

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