Musik Hits und Promis: Vier Stunden „Radio 7 Stars for Charitiy“

Brachte 35 Jahre Musikgeschichte mit: Thomas Anders beim „Radio 7 Stars for Charity“-Konzertabend. Foto: Oliver Schulz
Brachte 35 Jahre Musikgeschichte mit: Thomas Anders beim „Radio 7 Stars for Charity“-Konzertabend. Foto: Oliver Schulz © Foto: Oliver Schulz
Neu-Ulm / Magdi Aboul-Kheir 03.12.2018

Ey, da müsste Musik sein, überall wo du bist. Denn wenn es am Schönsten ist, spiel es wieder und wieder. Ey, da müsste Musik sein . . .“ Ey, es könnte fast ein Motto gewesen sein, was Wincent Weiss da bei „Radio 7 Stars for Charity“ in der bestens gefüllten Ratiopharm-Arena sang. Denn da war richtig viel Musik drin, in diesen vier Stunden am Freitagabend.

Erstmals war die Spenden-Gala weniger Roter-­Teppich-Event, sondern vor allem ein richtiger Konzertabend, natürlich zugunsten der Drachenkinder. Dabei wurde der Medienpreis „Sieben“ in diversen Kategorien vergeben, auch wenn Wincent Weiss „gar nicht wusste, dass ich einen Preis gewinne“. Er bekam die Auszeichnung in der Kategorie „Künstler national“. Ausgerechnet Wincent Weiss, könnte man sagen, denn er war der Abräumer des Abend. „Es ist unser letztes Konzert in diesem Jahr, also geben wir Gas“, kündigte er an und hielt Wort: Es war ein rundherum sympathischer, spontaner, bestens gelaunter, nahbarer Auftritt voller Energie, den der 25-Jährige ablieferte. Außer „Musik sein“ sang er auch seinen Hit „An Wunder“ und ein Medley, in das alle einstimmen sollten: „Hauptsache, es wird sacklaut hier drinnen“. Das klappte.

Bester Ort, beste Zeit

„Oh oh, hier mit dir, das ist der beste Ort der Welt. Oh oh, hier mit dir, das ist die beste Zeit der Welt“: Für die Fans stimmte das allemal, auch als Weiss mit „Feuerwerk“ und der Zugabe „Frische Luft“ auf die Zielgerade ging. Los gegangen war der von Radio 7-Musikchef Matze Ihring mit dem ihm eigenen Charme und Humor moderierten Abend magisch: mit Florian Zimmer. Und dann war gleich Bewegung in die Halle gekommen, dank Marquess. „Un, Dos, Tres“: Die als „Band des Jahres“ geehrten ­Hispano-Hannoveraner sangen über sanfte Küsse und südländisches Temperament. „Yo quiero más“, hieß es da, also: Ich will mehr! Mehr gab’s auch, aber nicht nur von Marquess, sondern auch von einem Sänger, der deutsche und internationale Chart-Historie mitgeschrieben hat: Thomas Anders. Der 55-Jährige legte mit „You’re My Heart, You’re My Soul“ los – klar, warum soll er seine Modern-Talking-Zeit verleugnen? Außerdem, so betonte er in seinen Dankesworten für die Auszeichnung in der Sparte „Musikgeschichte“, geht es darum: „Spaß haben, Freude bringen, und auch Menschen helfen“.

„Newcomer des Jahres“

Das tat er mit Modern-Talking-­Hits wie „You Can Win If You Want“, „Cheri, Cheri Lady“, „Brother Louie“ und „Atlantis Is Calling“, da gab’s es kein Halten mehr, irgendwie. Thomas Anders präsentierte aber auch eigene, neuere Songs wie „Der beste Tag meines Lebens“. Na, wenn er das sagt. Und singt! Als „Liveshow des Jahres“ wurde die deutschsprachige Premiere des Musicals „Rock of Ages“ am Theater Ulm ausgezeichnet. Übergeben wurde der Preis an Hauptdarsteller Sascha Lien. Der bedankte sich adäquat mit Rock-­Klassikern: „Here I Go Again“, „Waiting for a Girl Like You“, „Just A Small Town Girl“. Da steckte man zwar noch im gleichen Jahrzehnt wie bei Modern Talkings ganz großer Zeit, aber doch bei ziemlich anderer Mucke, und wie Lien die kernig vortrug, wurde in der Arena abgefeiert. Nach der Pause wurde mit Wincent Weiss gleich weitergefeiert, bevor mit Lukas Rieger ein Teenie-Schwarm der Youtube-Generation an der Reihe war. Der 19-Jährige, mit der „Sieben“ als „Newcomer des Jahres“ ausgezeichnet, hatte vor zwei Jahren bei einer Autogramm-Stunde im Blautal-Center für Chaos gesorgt, diesmal entschleunigte er die Show mit einem Akustik-Set: „SlowMo“. Dabei hatte Rieger nur seinen Gitarristen und seine sämige Stimme. An eine Auserwählte aus dem Publikum sang er „Number One“, es folgte „Treasure“ und die erfreute Feststellung, dass in der Arena dank des altersgemischten Publikums nicht alle ihr Handy in der Hand hielten, sondern tatsächlich auch geklatscht wurde. Also: „Won’t Forget About You“.

Sohn des „Melitta-Manns“

Das Finale bestritt Nico Santos, für den „Hit des Jahres“ geehrt: „Rooftop“. Der 25-Jährige, der bürgerlich Nico Wellenbrink heißt, Sohn des „Melitta-Manns“ ist und auch schon Lieder für Bushido, Mark Forster und Helene Fischer geschrieben hat, ließ nichts anbrennen: mit „Home“, „Love On Me“ und seinen anderen Hits endeten vier Stunden „Radio 7 Stars for Charity“ ziemlich angemessen.

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Sechmal „Sieben“ für Männer

Marquess, Thomas Anders, Sascha Lien, Wincent Weiss, Lukas Rieger und Nico Santos – wem fällt da etwas auf? Sechsmal wurde die „Sieben“ bei „Radio 7 Star for Charity“ vergeben, sechsmal an männliche Preisträger. Da könnte man für 2019 glatt auf eine Idee kommen . . .

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