Politik Hirnforscher Manfred Spitzer gibt der AfD einen Korb

Manfred Spitzer: „Mit der AfD verbindet mich nichts.“
Manfred Spitzer: „Mit der AfD verbindet mich nichts.“ © Foto: Volkmar Könneke
Ulm / Christoph Mayer 02.10.2018
Die AfD schlägt Hirnforscher Manfred Spitzer als Enquete-Experten vor. Der erbittet Bedenkzeit – und winkt schließlich ab.

Mit den Herausforderungen, vor der die Berufliche Bildung angesichts der Digitalisierung steht, beschäftigt sich eine Enquete-Kommission des Deutschen Bundestages, die am vergangenen Donnerstag ihre Arbeit aufgenommen hat. Dem Gremium gehören 19 Bundestagsabgeordnete und 19 externe Sachverständige an. Im elektronischen Newsletter „Bundestagsnachrichten“ vom 27. September sind alle Mitglieder aufgeführt. Ebenso, welche Partei welche Experten vorgeschlagen hat. Von der AfD nominiert wurde demzufolge auch ein bekannter Ulmer: Hirnforscher Manfred Spitzer, Ärztlicher Direktor der Psychiatrie der Uni-Klinik, der Öffentlichkeit vor allem als Bestseller-Autor („Digitale Demenz“) ein Begriff.

Spitzer räumte am Montag auf Anfrage ein, tatsächlich von der AfD nominiert worden zu sein, jedoch „ohne dass man mich vorher gefragt hatte“. Als die Anfrage schließlich bei ihm angekommen sei, habe er Bedenkzeit erbeten. Zuerst, so Spitzer, habe er dem Engagement nicht abgeneigt gegenüber gestanden. „Das Thema ist interessant, ich habe dazu einiges zu sagen. Außerdem dachte ich: Wenn ich gebeten werde, kann ich nicht kneifen.“ Zumal man nicht als Sprachrohr einer Partei, sondern als unabhängige Stimme in der Kommission sitze.

„Möchte nicht mit AfD in Verbindung gebracht werden“

Nach reiflicher Überlegung habe er dann aber abgesagt, so Spitzer. Der Newsletter mit seinem Namen sei nicht up to date und ergo falsch. „Ich war nie und ich bin kein Mitglied dieser Enquete-Kommission.“ Grund für seinen Rückzieher sei gewesen, „dass ich auf  keinen Fall mit der AfD in Verbindung gebracht werden möchte, deren Ziele und Vorstellungen ich nicht teile“. Für jede andere der im Bundestag vertretenen Parteien hätte er den Ruf in die Expertenrunde aber angenommen, so der Hirnforscher.

In sozialen Medien war Spitzers Auftauchen auf der AfD-Nominierungsliste Anlass für lebhafte Diskussionen. So twitterte etwa der bekannte Blogger Sascha Lobo, es sei „bezeichnend, dass der hysterische Digital-Sarrazin Manfred Spitzer offenbar bereit ist, mit der AfD zusammenzuarbeiten“. 

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