Neu-Ulm Hinkommen, mitspielen

Brettspielevent "Komm spiel mit" im Neu-Ulmer Edwin-scharff Haus
Brettspielevent "Komm spiel mit" im Neu-Ulmer Edwin-scharff Haus © Foto: Lars Schwerdtfeger
Neu-Ulm / BEATE STORZ 23.11.2014

Wer die meisten Rubine hat, gewinnt. Doch dafür müssen die Teilnehmer einiges tun: mit Waren handeln, in der Teestube oder auf dem Schwarzmarkt feilschen. Der Erlös wird beim Edelsteinhändler in Rubine umgetauscht. Doch von all dem bekommen die Besucher des Edwin-Scharff-Hauses nichts mit. Denn die Akteure sitzen zu viert am Tisch und haben nur rote Kunststoffrubine und Spielplättchen vor sich liegen.

Beim 30. Spielspektakel „Komm, spiel mit!“ sind die Besucher voll und ganz auf ihre Spiele konzentriert und vergessen die Welt um sich herum. So auch Dominik Frank, Philipp Wetzel und Christian und Alexander Reinik. Sie sind gedanklich nicht in Neu-Ulm, sondern in Istanbul. So wie die Stadt heißt auch ihr Spiel, das sie zum ersten Mal testen. Jeder präsentiert stolz seine Spielrubine. „Wir treffen uns seit sechs Jahren im Edwin-Scharff-Haus zum Spielen. Hier kann ich in aller Ruhe die neuen Spiele ausprobieren und wenn mir eins gut gefällt, dann kaufe ich es“, sagt Dominik Frank. Er freut sich über ein alljährliches Wiedersehen: „Meine Freunde leben nicht mehr hier, aber zum Neu-Ulmer Spielspektakel kommen sie.“

Schon vor und lange nach der Veranstaltung haben die Helfer viel zu tun. Denn die Spiele werden zuvor auf Vollständigkeit geprüft und müssen nach der Veranstaltung neu sortiert werden. „Vergangenes Jahr waren so viele Besucher da, dass sie sich auf den Fußboden setzen mussten, weil kein Sitzplatz mehr da war“, berichtet Ute Kling von der Evangelischen Jugendarbeit.

Dieses Jahr fand die Veranstaltung im gesamten Edwin-Scharff-Haus statt. Im großen Saal spielten die Großen, das Foyer war zur Spielwelt für Kinder bis acht Jahre umgebaut. Wenn die Kleinen keine Lust auf „Zicke Zacke Hühnerkacke“ hatten, konnten sie sich auf einem riesigen Teppich voller Legosteine austoben und mit ihren Eltern architektonisch wetteifern. Weitere Alternativen zum Brettspiel: Tisch-Eishockey und Holzkreisel. Doch nicht nur Ausprobieren stand an, die Kreativen unter den Besuchern konnten sich in der Erfinderwerkstatt austoben und unter professioneller Anleitung neue Spiele entwickeln und dort auch in Kontakt mit Verantwortlichen von Spieleverlagen treten.

Überdies fanden am Samstag sechs Publikumsturniere statt, und Neu-Ulm war sogar der Austragungsort der Deutschen Meisterschaft für das Turnier des Spiels „Einfach Genial“.

Projekt der Jugend

Im Ehrenamt Die Evangelische Jugend im Dekanatsbezirk Neu-Ulm ist Begründer und Veranstalter des Spielspektakels. Die Neu-Ulmer gehören zu den ersten in Deutschland, die so eine Veranstaltung auf die Beine gestellt haben. Seit 30 Jahren gibt es in Neu-Ulm „Komm spiel mit!“. Mehr als 2500 Brettspiele stehen den Besuchern zur Verfügung. Etwa 40 Ehrenamtliche helfen mit und erklären die Spiele.

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