Hilfe für traumatisierte Jugendliche

SWP 28.07.2012

Ulm. Mit 900 000 Euro fördert das Bundesforschungsministerium eine Psychotherapiestudie für Kinder. Geleitet wird sie von der Ulmer Uni-Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie. In Deutschland sind jährlich Tausende von Kindern Unfällen, Katastrophen, lebensbedrohlichen Krankheiten, aber auch Misshandlung, Vernachlässigung, sexueller oder häuslicher Gewalt ausgesetzt. Posttraumatische Belastungsstörungen sind eine mögliche Folgereaktion. Traumatisierte Kinder zeigen häufig Symptome wie wiederkehrende Erinnerungen, Ängste, Schlafstörungen, Reizbarkeit. Sie ziehen sich zurück oder vermeiden Dinge, die sie an diese schrecklichen Ereignisse erinnern könnten.

Das wollen Prof. Lutz Goldbeck, Leiter der Sektion Psychotherapieforschung und Verhaltensmedizin, und seine Kollegen ändern. Sie überprüfen, ob eine Therapieprogramm aus den USA, die traumafokussierte kognitive Verhaltenstherapie, auch im Rahmen der psychotherapeutischen Versorgung in Deutschland wirkt - wo sie bislang kaum verfügbar ist. Über vier Monate erhalten die Kinder unter Einbezug einer vertrauten erwachsenen Bezugsperson Unterstützung darin, ihre traumatischen Erlebnisse zu bewältigen.

Teilnehmen können Kinder und Jugendliche im Alter von 7 bis 16 Jahren. Beteiligt sind auch Kliniken in Datteln, Berlin, Lüneburg, Mannheim, München, Ravensburg und Saarbrücken.