Neu-Ulm Hilfe für Möbel Mahler bei Neuausrichtung

Möbel Mahler in Neu-Ulm.
Möbel Mahler in Neu-Ulm. © Foto: Archiv
Neu-Ulm / ALEXANDER BÖGELEIN 03.12.2015
Möbel Mahler schrumpft seine Firmenstruktur. Mehrere Bereiche sollen ausgelagert werden. Am Stammsitz bleiben nur wenige der 360 Mitarbeiter.
Nach der Entscheidung, die Standorte Bopfingen (Ostalbkreis) und Wolfratshausen (Oberbayern) zu schließen, wird bei Möbel Mahler an der neuen Struktur gefeilt. Fest steht bisher, dass sich das Familienunternehmen mit der Unterstützung des Möbelriesen XXX Lutz auf den Standort Neu-Ulm konzentriert. Die österreichische Kette wird künftig den Einkauf für Mahler übernehmen. „Der Verkauf und die Logistik kommen komplett nach Neu-Ulm“, sagte Seniorchef Gerd Mahler (64) vor Journalisten.

Ob Verwaltung und Buchhaltung am Firmensitz in Bopfingen in eigener Hand blieben oder ebenfalls ausgelagert würden, sei derzeit noch offen. In Bopfingen sollen nur die Projektsparte und zwischen 5 und 20 Mitarbeiter verbleiben.

Im Rahmen der Restrukturierung arbeitet Mahler bereits seit Jahresbeginn mit Hans-Jürgen Titz zusammen. Der sanierungserfahrene Rechtsanwalt aus Planegg bei München ist Experte für Ertragssteigerung und hilft dabei, den kaufmännischen Bereich neu aufzustellen, wie ein Sprecher des Möbelhauses erläuterte. Titz ist seit kurzem, wie auch Uwe Kern, der langjährige Hausleiter in Bopfingen, zum Geschäftsführer der Möbel Mahler Einrichtungszentrum Beteiligungs GmbH Neu-Ulm bestellt worden.

Derweil laufen in Bopfingen und Wolfratshausen Gespräche über einen Sozialplan. Mahler hat nach eigenen Angaben wegen der Schließung der Standorte allen rund 600 Mitarbeitern gekündigt. Jedoch hofft er, dass Mitarbeiter aus Bopfingen künftig im 80 Kilometer entfernten Ulm arbeiten werden. Dort habe das Unternehmen seit der Eröffnung vor etwas mehr als zwei Jahren das Problem, nicht genügend Mitarbeiter zu finden. Der Betriebsrat in Bopfingen sieht gute Chancen, dass er sich mit der Familie Mahler auf einen Sozialplan einigen kann: „Das ist der Wunsch beider Seiten.“ Allerdings gibt es nur in zwei der sechs betroffenen Firmen einen Betriebsrat und damit die Pflicht zu einem Sozialplan. Gerd Mahler betonte, dass er dennoch allen Mitarbeitern Abfindungen bezahlen wolle.

In Neu-Ulm will Mahler unter anderem investieren und das Sortiment verbreitern. In diesem Jahr erwartet das Unternehmen einen Umsatz von 60 Millionen Euro und einen Verlust, der nicht näher beziffert wurde.