Die SPD-Bundestagsabgeordnete Hilde Mattheis will zur Bundestagswahl 2021 nicht mehr in ihrem Wahlkreis Ulm/Alb-Donau antreten.
„Ich war immer ein politischer Mensch und werde immer ein politischer Mensch bleiben, aber ich werde für die Bundestagswahl 2021 nicht mehr antreten“, heißt es im Sommerbrief 2020 an ihre Parteigenossen. Für sie stand bereits 2017 fest, dass auch für sie das Renteneintrittsalter von 67 Jahren gilt.

SPD muss sich weiter erneuern

Es sei ihr immer wichtig gewesen, politische Standpunkte zu diskutieren, abzuwägen und auch zu vertreten. Das habe ihr in der Partei nicht nur Zuspruch eingebracht, sondern auch Kontroversen abverlangt.
Mattheis äußert noch ihre Sorge um das Erstarken der „rechtspopulistischen und rechtsextremen Partei“: „Daher lautet mein Fazit: Wir müssen unsere Demokratie mit allen demokratischen Mitteln verteidigen.“ Das gehe nur mit Volksparteien, die eine klare politische Alternative anbieten. Die SPD müsse sich weiter „glaubwürdig auf den weiteren Weg der Erneuerung machen, damit das Vertrauen wieder darin wächst, dass die SPD für einen Staat eintritt, der für seine Bürgerinnen und Bürger da ist.“

Seit 2002 im Bundestag

Mattheis, die in Söflingen lebt, gehört dem Bundestag sei 2002 an. Sie war Ortsvereinsvorsitzende, Kreisvorsitzende und gehörte auch dem Bundesvorstand an. Viele Jahre war sie im Arbeitskreis Sozialdemokratischer Frauen in führenden Positionen tätig. In der Bundestagsfraktion war sie gesundheitspolitische Sprecherin und ist seit 2011 Bundesvorsitzende des Forums Demokratische Linke in der SPD.
Im Kreisverband Ulm löste die Ankündigung derweil keine Überraschung aus. „Das hat sie immer so kommuniziert“, sagt der Ulmer SPD-Kreisvorsitzende Martin Ansbacher, der deshalb auch noch keinen Abgesang halten will: „Wir haben Hilde Mattheis einiges zu verdanken. Aber noch ist sie für uns ein Jahr lang Bundestagsabgeordnete. Zu möglichen Nachfolgern hält Ansbacher sich bedeckt. Zum einen, weil auch intern noch keine Namen gehandelt würden. Und zum anderen, weil nicht nur der Ulmer, sondern auch der Kreisverband Alb-Donau der SPD darüber zu entscheiden hätten.