Kommentar Kärchers Kultursponsoring: Beide Seiten profitieren

Der Erhalt des Ulmer Münsters ist teuer - da darf es auch gerne mal ein Sponsoring sein, meint unsere Redakteurin Verena Schühly-
Der Erhalt des Ulmer Münsters ist teuer - da darf es auch gerne mal ein Sponsoring sein, meint unsere Redakteurin Verena Schühly- © Foto: Marc Hörger
Ulm / Verena Schühly 28.08.2018
Eine feine Sache für Ulm: Die nötige Reinigung der Wände im Chorraum des Münsters übernimmt die Firma Kärcher im Rahmen ihres Kultursponsorings. Ein Kommentar von Verena Schühly.

Tue Gutes und rede darüber – auf diese Kurzformel lässt sich Kultursponsoring bringen. Daran ist nichts auszusetzen, und im aktuellen Fall profitieren beide Seiten wie aus dem Lehrbuch: Das Münster  bekommt eine Gratis-Reinigung der Wände im Chorraum, und die Firma Kärcher eine gute Reputation, in der Kirche mit dem welthöchsten Turm tätig gewesen zu sein. Wenngleich die Bilder der angestrebten Fotodokumentation  sicher nicht so spektakulär sein werden wie die am Mount Rush­more. Denn die Industrie­kletterer arbeiten im Innenraum und nicht an der Fassade oder gar an der Turmspitze.

Endlich mal ein Projekt, das nichts kostet

Für Münsterbaumeister Michael Hilbert und die Münstergemeinde ist das Kultursponsoring eine feine Sache. Endlich mal ein Projekt, das nichts kostet. Die Reinigung des Chorgestühls – für das die Entfernung des Staubs an den darüber liegenden Wänden nur die Vorarbeit ist – kommt mit geschätzten 250.000 Euro teuer genug.

Zwei Millionen Euro müssen die Ulmer Jahr für Jahr selbst an Unterhalt für ihre zentrale Kirche aufbringen. Dafür sind viele Anstrengungen nötig: Basare, Spendenaufrufe, Aktionen in sportlicher Hinsicht und auf dem Weihnachtsmarkt. Da darf es gern auch mal kurz warm reinregnen.

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