Ulm/Neu-Ulm Herrgott, wirf Hira ra!

RUDI KÜBLER 17.02.2013
70, 50, 70, 40, 50 – wer auf der B 28/B 10 von Neu-Ulm nach Ulm fährt, wird meschugge vor Tempolimits. Es lebe der Schilderwald!

Keine Frage, die B 28/B 10 ist marode. Schnee und Eis haben der vierspurigen Straße zugesetzt. Nicht nur, dass sich die üblichen Schlaglöcher aufgetan haben – regelrechte Wannen sind auf den jeweils rechten Spuren nach Norden und in den Süden entstanden. Verschwände dort ein Kleinwagen, niemand wunderte sich. Nun, die Fahrbahnen wurden notdürftig ausgebessert – was so viel heißt wie: Wer seine Reifen schonen will, sollte besagte Strecke großräumig umfahren.

Insofern ist eine Tempobegrenzung angebracht. Mit der Betonung auf: eine. Wer momentan die Bundesstraße Richtung Ulm fährt, fährt allerdings auf einen Schilderdschungel zu, der einem rauschhaften Zustand entsprungen sein muss. Wie anders lässt sich erklären, dass die Verantwortlichen auf einer Strecke von geschätzten 800 Metern mit vier (!) Geschwindigkeitsbegrenzungen die geistige Flexibilität der Autofahrer testen?

Wir kommen von Senden auf der B 28/B 10 und bremsen herunter auf Tempo 120, 100, 80 und schließlich 70. Das war schon immer so, das kennen wir nicht anders. Nach der Auffahrt Europastraße ist jetzt nur noch Tempo 50 drin, wegen der Schlaglöcher. Und das ist gut so, weil es rumpelt. 200 Meter weiter darf der Autofahrer wieder beschleunigen, eine Höchstgeschwindigkeit von 70 km/h ist jetzt erlaubt. Wahrscheinlich wegen der Radaranlage, die man wohl nicht umstellen wollte. 300 Meter gilt also Tempo 70! Dann ein Schild, das den Autofahrer wieder abbremsen lässt: 40. Wegen Straßenschäden auf der Adenauer-Brücke. Hat man die Brücke hinter sich, taucht rechts das Ortsschild Ulm auf. 50.

Okay, Fasnet müsste irgendwann vorüber sein – auch in den für die Geschwindigkeitsbegrenzungen verantwortlichen Ämtern. Geblieben sind freilich die Schilder, die für Kopfschütteln bei den Autofahrern sorgen. 70, 50, 70, 40. Warum nicht einfach 40 von der Auffahrt Europastraße bis zum Ortsschild Ulm? So aber wird gebremst, Gas gegeben, um anschließend wieder zu bremsen . . .

Wie hieß doch gleich das Programm des Kabarettisten Vince Ebert? Denken lohnt sich. Bisweilen.