Ulm Hermann Heimpel mit 84 Jahren gestorben

Prof. Hermann Heimpel gründete das Ulmer Tumorzentrum.
Prof. Hermann Heimpel gründete das Ulmer Tumorzentrum. © Foto: Uni Ulm
Ulm / CHRISTOPH MAYER 11.10.2014
Die Universität trauert um einen bedeutenden Forscher, Arzt und Hochschullehrer: 84-jährig ist Prof. Hermann Heimpel gestorben.

Im Mai noch hatte er aus den Händen von Ministerpräsident Winfried Kretschmann den Verdienstorden des Landes Baden-Württemberg erhalten und den großen Auflauf im Ludwigsburger Barockschloss dazu genutzt, mit anderen Medizinerkollegen Fachgespräche zu führen. Am vergangenen Dienstag ist Prof. Hermann Heimpel im Alter von 84 Jahren gestorben.

Der ehemalige Ärztliche Direktor der Uni-Klinik für Innere Medizin III (1969-1996) und frühere Prorektor der Universität galt national wie international als ganz große Nummer dem Gebiet der Krebsheilkunde - vor allem in der Knochenmarkstransplantation und der Leukämieforschung hatte sich der Gründer des Ulmer Tumorzentrums einen Namen gemacht. Mit den Professoren Theodor Fliedner und Enno Kleihauer etablierte er die Knochenmarktransplantation in Ulm.

Als Mediziner alten Schlags war dem gebürtigen Freiburger die Patientenorientierung allerdings mindestens ebenso wichtig wie die Forschung. So entwickelte er beispielsweise Modellprojekte zur häuslichen Betreuung Schwerstkranker.

Das Wort "Ruhestand" kannte Heimpel nicht. Noch im Alter von über 80 Jahren engagierte er sich als Patienten-Ombudsmann der Uni-Klinik und brachte Sorgen und Anliegen der Kranken gegenüber Klinikverwaltung und Ärzten vor. Als Hochschullehrer war es ihm eigenen Aussagen zufolge besonders wichtig, seinen Studenten nicht nur fachliche, sondern auch ethische Kompetenz zu vermitteln. Bis ins hohe Alter hielt Heimpel Vorlesungen - und bis vor kurzem war er, der ursprünglich Landarzt hatte werden wollen, noch fast täglich im Klinikum anzutreffen.

Uni-Präsident Karl Joachim Ebeling würdigte Heimpel als bedeutenden Arzt, höchst angesehenen Forscher und akademischen Lehrer. "Nicht nur im Kollegenkreis wurde Professor Heimpel wegen seiner wissenschaftlichen Reputation sowie seiner menschlichen Qualitäten sehr geschätzt."

Heimpel studierte in Göttingen, Heidelberg, Innsbruck und Freiburg Medizin. Seine Facharztausbildung machte er in Freiburg bei Prof. Ludwig Heilmeyer, dem späteren Gründungsrektor der Universität Ulm. Ihm folgte der mittlerweile habilitierte Hämatologe 1969 an die gerade zwei Jahre zuvor gegründete Hochschule, wo er der erste Lehrstuhlinhaber und Ärztlicher Direktor der Klinik für Innere Medizin III wurde.

Beachtlich war auch sein Engagement in der universitären Selbstverwaltung: Von 1983 bis 1985 war Heimpel Dekan der Medizinischen Fakultät und gehörte dem Senat an, der die Wissenschaftsstadt auf den Weg brachte. Als Prorektor gestaltete er bis 1991 den Ausbau der Universität entscheidend mit.

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