Sanierung Herdbrücke wird bis Advent saniert

Es ist eng geworden über Nacht: Die Herdbrücke ist Baustelle.
Es ist eng geworden über Nacht: Die Herdbrücke ist Baustelle. © Foto: Volkmar Könneke
Ulm/Neu-Ulm / HANS-ULI THIERER 20.07.2016
Für weitere 25 Jahre verkehrstüchtig gemacht wird die Herdbrücke. Die Sanierung hat begonnen und dauert, wenn's glatt läuft, bis Ende November.

„Kaum ist der Schwörmontag vorbei, werden gleich die Straßenbauer anrücken: Pünktlich um 0 Uhr am Dienstag, 19. Juli, wird mit der Sanierung der Herdbrücke begonnen. Ein eng getakteter Zeitplan macht’s notwendig.“ Das teilte die Stadt Ulm Ende  vergangener Woche mit.

Nun, so streng ging es dann doch nicht her zur mitternächtlichen Stunde am Schwörmontag. Nachts um halb eins jedenfalls keine Spur von Straßenbauern auf den Straßenspuren. Am Dienstagmorgen waren dann aber rechte Fahrspur Richtung Neu-Ulm und rechter Gehsteig bereits abgeriegelt und die Straße durch gelbe Markierungen auf zwei engere Autospuren verkleinert.

Hintergrund: Vor zwei Jahren waren bei einer routinemäßigen Überprüfung der Brückenkonstruktion Mängel festgestellt worden, wie feuchte Stellen, eindringendes Wasser, Schäden am Beton und an Schutzeinrichtungen. Um weiteren Beschädigungen vorzubeugen, werden nun die Brückenabdichtung saniert und die seitlichen Teile erneuert. Ziel ist es, die Herdrücke für die nächsten zweieinhalb Jahrzehnte verkehrstüchtig zu halten.

Diese Perspektive nannte der bei der Stadt Ulm für die Verkehrsinfrastruktur zuständige Abteilungschef Gerhard Fraidel im Februar im Fachausschuss für Stadtentwicklung und Bau des Gemeinderats. Ein mitunter auch schon ins Auge gefasster Neubau der aus den Jahren 1948/49 stammenden Herdbrücke (siehe auch Info-Kasten) kam nicht in Frage. Er würde mindestens 4,4 Millionen Euro kosten, was von den Ulmer Stadträten angesichts des auch finanziell unter Volllast fahrenden städtischen Bauprogramms derzeit als zu viel betrachtet wird.

Stattdessen nun also eine Sanierung für 790 000 Euro. Sie soll die Brücke, deren Traglast vor Jahren von 40 auf 24 Tonnen begrenzt worden ist, weitere 25 Jahre für den Auto-, Bus-, Radfahrer- und Fußgängerverkehr in Schuss halten.

Mitten auf der Herdbrücke verläuft die Stadtgrenze zwischen Ulm und Neu-Ulm, also auch die baden-württembergisch/bayerische Landesgrenze. Die Brücke gehört beiden Städten zu gleichen Teilen. Entsprechend teilen sich beide die Kosten der Erneuerung. Federführend ist Fraidels Abteilung Ingenieurbauwerke innerhalb der Ulmer Bauverwaltung.

Die Herdbrücke ist seit Dienstag bis zum 30. November – diesen Termin in der ersten Adventswoche sieht ein streng vertaktetes Bauverfahren vor – für den Autoverkehr teilweise gesperrt. Während des größten Teils der Bauzeit kann der Verkehr über jeweils eine Spur in beide Richtungen fließen. Lediglich von Mitte August an muss für zwei Wochen auf eine Spur reduziert werden; der Verkehr wird dann per Ampelschaltung geregelt. Die Verkehrsstrategen haben diese Bauphase in die verkehrsärmere Sommerferienzeit gelegt.

Nach den Behinderungen während der Bauzeit des Sparkassen-Brückenhauses und der Erneuerung der sich an die Herdbrücke anschließenden Marienstraße kommt es nun also an diesem Stadtübergang neuerlich zu Behinderungen im Straßenverkehr. Verkehrsteilnehmer werden gebeten, während der Sanierung die Brücke möglichst zu meiden. Empfohlen wird auszuweichen

– aus Richtung Ulm über die Gänstorbrücke; –  aus Richtung Neu-Ulm über die Adenauerbrücke.

Die Vielbefahrene

Spannbeton-Konstrukt Die  in den Jahren 1948/49 erbaute Herdbrücke ist eine der ältesten Spannbetonbrücken in Deutschland. Sie hat eine Spannweite von knapp 60 Metern und ist 15 Meter breit. Täglich passieren fast 11 000 Fahrzeuge das Brückenbauwerk. Für den Nahverkehr  die Brücke eine wichtige Verbindung zwischen den Städten Ulm und Neu-Ulm: Jeden Tag fahren 639 Linienbusse über die Brücke.

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