Der Uni einen Schritt voraus ist das ihr angegliederte Zentrum für allgemeine wissenschaftliche Weiterbildung (Zawiw). Denn während das Uni-Jubiläum zum 50-jährigen Bestehen erst 2017 über die Bühne geht, finden die 50. Akademiewochen des Zawiw in wenigen Wochen statt: vom 19. bis zum 23. September. Zwar ist das Zawiw erst 25 Jahre alt. Aber bei jährlich zwei Akademiewochen für weiterbildungshungrige Senioren, eine im Frühjahr, eine im Herbst, kommt man eben vergleichsweise fix zum goldenen Jubiläum.

Aus gegebenem Anlass haben sich die Organisatoren um Geschäftsführer Markus Marquard und seinen Vize Erwin Hutterer ein Jubiläumsmotto ausgedacht, das auch gleich den Titel für die Herbstakademie liefert. „Wir haben immer noch viel vor“ nimmt Bezug auf die erste Akademiewoche vor 25 Jahren, die damals unter der Überschrift „Ich hab’ noch viel vor“ stattfand.Vom ich zum wir – das spiegele auch das Bildungsverständnis des Zawiw wider, sagt Marquard. „Nicht nur für sich lernen, sondern für die Gesellschaft und wenn möglich den Wandel aktiv mitzugestalten, darum geht es.“

Passend dazu stehen diesmal vor allem Vorträge zum Thema Mensch und Gesellschaft im Mittelpunkt. Den Auftakt am ersten Tag (Montag, 19. September, alle Vorträge im Hörsaal 4/5, Beginn 10 Uhr) macht die Erfinderin und langjährige Leiterin der Akademiewochen, Carmen Stadelhofer. Im Dialog mit den beiden Gerontologen Prof. Andreas Kruse (Heidelberg) und Dr. Urs Kalbermatten (Bern) wird sie über „Bildung im dritten Lebensalter“ sprechen. In den darauffolgenden Tagen sprechen unter anderem Prof. Franz Josef Radermacher („Die Zukunft der Globalisierung – wohin treibt es uns?“) und die Frankfurter Soziologin Prof. Elisabeth Beck-Gernsheim („Die Familie hat Zukunft – aber welche?“). Dem Thema „Jugend im Wandel: Eine pragmatische Generation im Aufbruch“ widmet sich die an der PH Vorarlberg lehrende Soziologin Dr. Gudrun Quenzel.

Wie immer werden die Vormittagsvorlesungen durch 30 Nachmittagsangebote zu allerlei Themen („China verstehen“ oder „Wer war Shakespeare?“) ergänzt. Dort arbeiten die Teilnehmer in festen Arbeitsgruppen à 15 bis 20 Personen. Neu im Angebot: die Arbeitsgruppe „Ich will’s wissen“, in der man sich vertieft und geleitet von einem Mediator über die vormittäglichen Vorträge austauschen kann.

Im Gegensatz zu früheren Jahren müssen die Teilnehmer nicht mehr das komplette Angebot buchen. Mann kann auch einzelne Module besuchen. Dies trage ein Stück weit der gesellschaftlichen Veränderung Rechnung, sagt Marquard. Auch die Mittagspause wurde neu gestaltet. So kann man beispielsweise unter Anleitung Yoga oder leichte Gymnastik machen.

Info Anmeldungen unter www.zawiw.de oder per Post: Zawiw, Uni Ulm, Oberer Eselsberg, 89069 Ulm.