Literatur Herbe Verse und freche Texte

Ulm / Otfried Käppeler 15.11.2018

Mit der neuen Reihe „Klassiker im Winter“ verwirkliche der Literatursalon Donau ein lang gehegtes Herzensprojekt, sagte Florian Arnold bei der ersten Lesung in der Buchhandlung Aegis. Neben Aegis und dem Literatursalon ist die vh mit im Boot.

Der erste Abend galt Bertolt Brecht. „Klassiker“ wird in der Reihe also eher umgangssprachlich aufgefasst und nicht im literaturhistorischen Sinne. Gestaltet hat ihn die Ulmer Künstlerin und Illustratorin Dorothea Grath­wohl. Eine gute Wahl. Die „herben, frechen und oft unverschämten Texte“ Brechts trug sie ohne übertriebene Emphase vor. Gerade in seiner nüchternen Art ist Brecht schon programmatisch radikal. Im Gedicht „An die Nachgeborenen“, geschrieben zwischen 1933 und 1938, wird das deutlich: „Was sind das für Zeiten, wo/ Ein Gespräch über Bäume fast ein Verbrechen ist/ Weil es ein Schweigen über so viele Untaten einschließt!“

Es war nicht der erste Brecht-Abend, den Dorothea Grathwohl gab. Erarbeitet hatte sie ihn zusammen mit Anita Iselin, einer ehemaligen Schauspielerin am Theater Ulm. Freilich hat sie damals die Schauspielerin am Klavier begleitet. Lieder aus diesem Programm spielte Grathwohl bei Aegis mehrmals ein, was den Abend deutlich auflockerte.

Info Die Reihe setzt Bernd Weltin heute, Donnerstag, 19.30 Uhr, mit einem Abend über Egon Erwin Kisch in der Buchhandlung Aegis fort.

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