Ulm Heiße Helden: Diese Berufe trotzen der Hitze

Bei der aktuellen Hitze noch viel anstrengender: Bauarbeiter Mirko brennt bei Sanierungsarbeiten eine Bitumenbahn auf die Fahrbahn.
Bei der aktuellen Hitze noch viel anstrengender: Bauarbeiter Mirko brennt bei Sanierungsarbeiten eine Bitumenbahn auf die Fahrbahn. © Foto: Julian Stratenschulte (dpa)
Ulm / Neu-Ulm / Mareike Hauser 31.07.2018

Steigt das Thermometer über 30° Celsius, wird für viele ihr Arbeitsplatz zur reinsten Sauna. Wir waren in Ulm und Neu-Ulm unterwegs und haben die Menschen mit den heißesten Berufen gesucht: Bauarbeiter, Hähnchen-Verkäuferin, Stadtreiniger oder Einsatzkräfte kämpfen sich als Helden durch die Hitze.

Landwirte

Erntehelfer arbeiten in der prallen Sonne auf einem Zucchinifeld.
Erntehelfer arbeiten in der prallen Sonne auf einem Zucchinifeld. © Foto: Karl-Josef Hildenbrand (dpa)

Die Arbeit auf dem Acker ist schon bei niedrigen Temperaturen schweißtreibend. Kommt dann noch die Sommerhitze dazu, wird es Landwirten und Erntehelfern richtig heiß. Schatten suchen sie auf den Äckern vergeblich. René Schimming, Landwirt aus Neu-Ulm, beginnt daher schon in den Morgenstunden mit seiner Arbeit und setzt sie dann abends fort. „Tagsüber wird die Ackerarbeit vermieden, was aber nicht immer funktioniert.“

Hähnchen-Verkäuferin

Manuela Korb-Rutigliano arbeitet gerne in ihrem Hähnchen-Stand.
Manuela Korb-Rutigliano arbeitet gerne in ihrem Hähnchen-Stand. © Foto: Mareike Hauser

Mit Hitze hat Manuela Korb-Rutigliano schon morgens um 10 Uhr zu kämpfen. Sie arbeitet in einem Hähnchen-Stand in Neu-Ulm. Nicht nur die Spieße werden hier gegrillt – auch Korb-Rutigliano bekommt ordentlich Hitze ab: 50° Celsius zeigt ein Thermometer auf dem Tresen.

„Viel Wasser trinken, ab und zu was Süßes essen für den Kreislauf und wenn keine Kundschaft da ist, draußen in den Schatten stellen.“ So übersteht sie ihre Arbeitstage schon seit 25 Jahren. Zeit genug sich daran zu gewöhnen: „Wenn ich abends raus gehe, dann fröstelt es mich viel schneller als andere.“

Bauarbeiter

Weit unten arbeiten Bauarbeiter in voller Schutzkleidung an den geplanten Sedelhöfen unweit des Ulmer Hauptbahnhofs. Die Tiefe hält die Hitze jedoch keineswegs ab – im Gegenteil: Die Aushebung heizt sich schnell auf knapp 45° Celsius auf. „Dem Beton ist die Hitze egal.“ Und den Arbeitern? „Da darf man nicht darüber nachdenken. Man muss einfach arbeiten.“, meint ein Arbeiter, der sein Name lieber geheim hält.

Straßenbauern am Willy-Brandt-Platz geht es da ähnlich. Sie gießen heißen Teer auf die Straße, schieben Schubkarren hin und her und stehen dabei in der prallen Sonne. „Wasser, viel Wasser“ ist auch hier die Strategie. Wenn es viel zu heiß wird, dann hätte ihr Arbeitgeber allerdings auch Verständnis dafür, wenn sie eine Pause im Schatten einlegen oder früher Feierabend machen.

Einsatzkräfte

Die volle Montur eines Feuerwehrmannes ist schwer und warm.
Die volle Montur eines Feuerwehrmannes ist schwer und warm. © Foto: Karl-Josef Hildenbrand (dpa)

Gerade im Sommer ist die Gefahr von Bränden hoch: Wenn Einsatzkräfte der Feuerwehr in diesen Tagen zum Einsatz ausrücken, kommen sie mächtig ins Schwitzen: Allein die Hose hat drei bis vier Lagen. Sie ist also entsprechend dick und auch schwer. Hinzu kommen Beil, Atemschutz, Gurt und der Rest der Sicherheitskleidung.

Die Montur eines Feuerwehrmannes kommt damit auf etwa 30 bis 40 Kilogramm. „Stellen Sie sich vor, Sie gehen mit Angora-Rollkragenpullover und Thermounterwäsche in die Sauna“, beschreibt Matthias Mayer von der Feuerwehr Ulm, wie sich Feuerwehreinsätze dieser Tage fühlen. Polizisten und Sanitäter trotzen der Hitze gleichermaßen.

Stadtreiniger

Agostino Dispinzieri freut sich über heiße Temperaturen.
Agostino Dispinzieri freut sich über heiße Temperaturen. © Foto: Mareike Hauser

„Es kann nicht heiß genug sein!“, meint Agostino Dispinzieri. Er arbeitet als Stadtreiniger bei jedem Wetter und genießt es, wenn die Sonne scheint. Stolz zeigt er seine gebräunte Haut und freut sich, dass er bei dem Wetter draußen sein kann. Sein Motto: „Wasser trinken und arbeiten.“

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