Messe Hautnah dabei: Tattoo für Tattoo

Ulm / JAKOB RESCH, FRANK KÖNIG 23.04.2016
Auf dem Ulmer Messegelände hat am Samstag die dritte Tattoo-Messe begonnen.
Großer Andrang bei der dritten Ulmer Tattoo-Messe, diesmal in den hinteren Ausstellungshallen 6 und 7. Dort präsentierten sich etwa 60 Studios, vor allem aus dem süddeutschen Raum, aber auch Österreich und Schweiz, mit etwa 80 Tätowierern und phantasievollen Namen wie Painful Love Tattoo. Das Summen der Nadeln war trotz Rockabilly mit Eddy & The Backfires unüberhörbar. Veranstalter Marco Müller aus Schwabmünchen, selber mit dem Studio Pimp your Skin vertreten, macht einen Trend zu photorealistischen Tattoos aus – die also am Computer mit Photoshop entworfen und exakt auf die Haut übertragen werden. Am Stand von Massive Tattoos aus München hieß es dagegen, man setze nach wie vor auf handgezeichnete Motive, was vor allem bei Tribal Tattoos unverzichtbar sei. Es kamen aber auch Messebesucher für Cover-Ups, wie man sie aus TV-Sendungen kennt: Dabei geht es darum, bestehende, schiefgegangene Tattoos umzustylen, was beispielsweise Anlagenmechaniker Daniel aus Kempten mit einem text-orientierten Tattoo auf der Brust tat: bei Miss Krümmel für 250 Euro. Sie arbeitete vor allem den graphischen und farblichen Teil nach. Größere Tattoos, die beispielsweise über den Arm oder Rücken gehen, können dann leicht in Richtung 500 Euro gehen. Die Besucher kamen teils von weit her: Am Stand von Lokalmatador Body Cult  war Christine aus Speyer, der Phil ein Trash-Polka-Motiv mit einer Geisha stach, weil sie Anime-Fan ist. Bei Patiki Tatau aus Friedrichshafen ließen sich muskulöse Typen große Totenkopf-Tattoos anbringen, es waren aber auch Frauengruppen unterwegs, die offenbar einen gemeinsamen Ausflug organisiert hatten. Auf der Messe gibt es auch Piercings: Der Trend geht zum Septum, ein Nasenring. Heute und morgen laufen mehrere Tattoo-Wettbewerbe: für neue, aber auch alte Tattoos. Die Messe ist am Sonntag nochmal von 12 bis 20 Uhr geöffnet (15 Euro). Wer sich vor Ort ein Tattoo stechen lassen will, sollte übrigens bedenken, dass es in den hinteren Messehallen eher kühl ist, also: für die Prozedur eventuell Decke oder Jacke mitbringen.
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