Stadtbild Haus im Hafenbad ist fertig

Ulm / Ulrike Schleicher 17.08.2018
Nach knapp zwei Jahren Bauzeit ist in der Rosengasse ein markantes Gebäude entstanden. Das Gravurgeschäft Häfele zieht im Herbst um.

Die Resonanz ist groß. Und sie ist positiv. „Wir bekommen Mails, Kunden, Nachbarn und Passanten sagen, dass das Haus wunderschön geworden ist.“ Annerose Baur-Bochtler und ihr Mann Hans-Peter Bochtler, Geschäftsführer des Gravurbetriebes Häfele, freuen sich sichtlich und sind stolz auf ihr neues Haus im Hafenbad, das in diesen Wochen fertig geworden ist.

Bau war acht Wochen eingestellt

„Vom Abbruch des ehemaligen Gebäudes bis zum Einzug der ersten Mieter waren es knapp  zwei Jahre“, sagt Annerose Baur-Bochtler. Eine Zeit, die geprägt war von Aufregung, Anstrengung und Geduldsübungen – auch für die Ulmer, denn die  Rosengasse war ab März 2016 für lange Zeit gesperrt. Nicht alles lief glatt. „Einmal war der Bau acht Wochen eingestellt weil SWU und Stadt unserem Architekturbüro falsche Pläne von den Leitungen gegeben haben.“

Die Glasfaserkabel waren statt im Süden, wie auf dem Plan eingezeichnet, im Norden, was niemand wissen konnte. Ein Baggerfahrer beschädigte die Kabel. Die Folge: eine Auseinandersetzung zwischen Juristen. „Keine einfache Situation“, sagt Hans-Peter Bochtler. Man habe sich zwar geeinigt, aber natürlich habe sich die Bauzeit verlängert.

Schöne Überraschung

Aufregend war natürlich auch, dass einmal der Dachstuhl aufgrund von Schweißarbeiten gebrannt hat, und auch ein Wasserschaden hielt das Ehepaar auf Trab. Gegen Ende beschäftigte sich Annerose Baur-Bochtler aufgrund der Inbetriebnahme des Aufzugs und wegen der Internet,- Fernseh- und Telefonanschlüsse noch ausführlich mit der Telekom und dem Kabelanbieter Unity­media: Die beiden Konkurrenten blockierten sich wohl gegenseitig. „Hunderte von Telefonaten waren nötig“, sagt Hans-Peter Bochtler.

Aber auch eine schöne Überraschung gab es. So kamen beim Baggern historisch interessante Reste eines ehemaligen Hauses aus dem 16. Jahrhundert zutage. Sechs große Quader hat die Familie gerettet und restaurieren lassen. Vier davon werden in die Ladentheke des künftigen Geschäftes integriert. „Das Museum wollte sie uns abkaufen“, sagt Annerose Baur-Bochtler. Aber die Steine gehörten zum Erbe der Familie und sollen an Ort und Stelle bleiben, findet sie.

14 Wohnungen und zwei Büros

Unter Leitung von Jens Kapfer vom Büro Aschoff Architekten ist ein sechsstöckiges, imposantes Gebäude entstanden, das durch zahlreiche Details besticht. So ist das Dach ungewöhnlich steil, unten führt eine Arkade entlang. Die Fenster haben Glasfronten als Absturzsicherung statt Metallstäbe bekommen, was licht und leicht daherkommt. „Wir haben auf Qualität geachtet, und wir hatten wirklich gute Handwerker“, sagt das Ehepaar und weist auf die beton-gegossenen Fensterbänke, die Holz-Alufenster und den Boden aus Naturstein  im Laden hin. Neben einem weiteren kleineren Ladengeschäft, das noch nicht vermietet sei, sind 14 Wohnungen und zwei Büros entstanden. Wie viel der Neubau gekostet hat, möchte das Ehepaar nicht sagen.

Viele Mieter sind bereits eingezogen. Das Gravurgeschäft bleibt noch eine Weile – „bis zum Herbst“ – im Container nebenan. Dann hilft die ganze Familie und Großfamilie beim Umzug, so wie bereits die ganze Bauphase durch: „Alle haben uns unterstützt“, sagen die beiden unisono.

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Die Geschichte des Gravurbetriebes

Standort Angefangen hat Graveurmeister Ernst Häfele 1926 in der Platzgasse. 1954 wurde das Haus im Hafenbad 22 neu gebaut, die Produktion bleibt noch vier Jahre in der Platzgasse. 1967 übernimmt der Neffe, Thomas Bochtler, den Gravurbetrieb. Seit 1985 führt ihn Hans-Peter Bochtler gemeinsam mit seiner Frau Annerose Baur-Bochtler.

Mieten Große Wohnungen (bis zu 150 qm) sind noch frei. Eine Vier-Zimmer-Wohnung (130 qm) kostet laut Internet  1950 Euro Kaltmiete.

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