Drogen Harter Schlag gegen Disco- und Clubszene

HANS-ULI MAYER 07.12.2016

Genau eine Woche ist es her, dass den Ermittlern der Ulmer Kriminalpolizei ein großer Schlag gegen die Drogenszene gelungen ist. Wie gestern bereits berichtet, haben die Beamten einen 32-jährigen Mann und seine gleichaltrige Partnerin festgenommen und dabei sieben Kilogramm Amphetamine sichergestellt. Eine so große Menge beschlagnahmter Drogen ist auch für die Polizei die Ausnahme, „üblicherweise sind die Sicherstellungen gering“, sagte Polizeisprecher Wolfgang Jürgens.

Die zwei Ulmer sitzen in Untersuchungshaft, gegen beide wurde jeweils Haftbefehl erlassen. Nach dem jetzigen Stand der Ermittlungen hat das Paar schon vor einigen Monaten damit begonnen die Aufputschdroge im großen Stil zu verkaufen. Die Polizei berichtet in der mit der Staatsanwaltschaft abgestimmten Erklärung für die Medien davon, dass das Paar schon früher mehrere Kilogramm Rauschgift verkauft haben soll. Um welche Art von Stoff es sich dabei handelte wurde nicht mitgeteilt.

Disco-Droge

Im Unterschied zu den eher betäubenden Stoffen wie Haschisch oder Marihuana, die früher den Markt mengenmäßig ganz eindeutig beherrscht haben, hätten die Aufputschmittel in den letzten Jahren deutlich zugenommen und aufgeschlossen. Jürgens bezeichnet Amphetamine als die Drogen der Disco- und Clubszene, die früher eindeutig mit der Musikrichtung Techno in Verbindung gebracht wurde, heute aber weitere Kreise ziehe.

Die Ermittlungen richten sich jetzt in zweierlei Richtungen. Zum einen versuchen die Kriminalbeamten des Polizeipräsidiums zu klären, woher der Stoff kommt. Wie der Leitende Oberstaatsanwalt Christof Lehr schon am Vortag sagte, hätte das jetzt verhaftete Liebespaar – die beiden sollen nicht verheiratet sein – den Stoff aus dem Raum Frankfurt bezogen, woher er letztlich genau kommt, stehe aber noch nicht fest.

Netz an Kleindealern

Die zweite Ermittlungsrichtung betrifft die Abnehmer und den vermuteten Kreis an Verteilern und Kleindealern. Dass das Paar selbst auch noch als Straßenverkäufer fungierte, glaubt die Polizei nicht. Vielmehr gelten die beiden 32-Jährigen als Zwischenhändler, die die Amphetamine in großem Stil besorgten und in die Region transportierten, wo ein Netz an Kleinverkäufern vermutet wird.