Rockfestival „Volle Kraft Voraus“-Festival in der Ratiopharm-Arena

Im Rampenlicht: Die Münchner Band „Eisbrecher“ war auch in diesem Jahr die Hauptband des Abends.
Im Rampenlicht: Die Münchner Band „Eisbrecher“ war auch in diesem Jahr die Hauptband des Abends. © Foto: Martina Dach
Ulm / Von Christian Kern 10.09.2018
Nach der erfolgreichen Premiere im vergangenen Jahr begeistert das „Volle Kraft Voraus“-Festival in der Ratiopharm-Arena mehr als 3000 Fans.

Darauf hatten sie den ganzen Tag hingefiebert. Dicht gedrängt standen die Besucher des „Volle Kraft Voraus“-Festivals am späten Samstagabend auf dem Parkett der Ratiopharm-Arena und starrten ungeduldig auf einen überdimensionalen schwarzen Vorhang. Als dieser gegen 21.30 Uhr fiel, begann das Spektakel.

In einer knapp zweistündigen Show zog die Münchner Rockband „Eisbrecher“ alle Register, um die Zuschauer zu begeistern. Mit zwei Gitarren, Bass, Schlagzeug und der rauen Stimme von Frontmann Alexander Wesselsky steuerte die Band klanglich düstere Gefilde an.

Begleitet wurde mit einer aufwendigen Bühnenshow, bei der Wesselsky mehrmals die Rollen wechselte, mal von einer Kanzel einen Politiker persiflierte, oder sich mit einem Eispickel bewaffnet, den Gipfel entgegenzustemmen schien. Männliche Härte mit deutschen Texten. Ein Konzept, das bei den Fans ankommt. Minutenlang applaudierten die Anhänger nach der Show und forderten zwei Zugaben.

Flohmarkt, Food und Fanshirts

Auch Wesselsky war rundum zufrieden: „Es war einfach alles perfekt“, resümierte der 49-Jährige den Festivaltag, der für ihn und viele Fans am frühen Nachmittag begonnen hatte. Bereits um 13 Uhr strömten die ersten Festivalteilnehmer in die Arena. Denn neben dem Auftritt der „Eisbrecher“ am Abend hatte das Event noch weitere Highlights zu bieten. So war im Foyer der Halle ein Flohmarkt aufgebaut, bei Gegenstände aus dem Besitz der „Eisbrecher“-Musiker angeboten wurden, die Bands gaben vor ihren Auftritten Autogrammstunden. Im Außenbereich der Halle sorgten Essenstände für die Verpflegung. Auch das musikalische Programm hatte es in sich: Mit „Die Krupps“ und „Oomph!“ traten zwei etablierte Acts als Vorgruppen auf.

Statements gegen Rechts

Diese Mischung zog: Insgesamt 3000 Fans strömten aus dem In- und Ausland an die Donau, um bei der zweiten Auflage des Festivals dabei zu sein. Und obwohl die Anhänger dabei mit dem Überfluss an schwarzen Klamotten ein gängiges Klischee des Musikgenres bestätigten, gaben sie ein positives Gesamtbild ab. Die Festivalteilnehmer machten untereinander Fotos, jubelten frenetisch den Bands zu und blieben den gesamten Tag über friedlich. „Wir haben, wie erwartet, keine Zwischenfälle gehabt“, meinte ein Sicherheitsbeauftragter am Abend. Auf der Bühne setzten sich die Bands zudem für Fremdenfreundlichkeit und Toleranz ein: Die Düsseldorfer Band „Die Krupps“ spielte mit „Fatherland“ ihre selbstgeschriebene „Anti-Nazi-Hymne“, und „Eisbrecher“-Sänger Wesselsky hielt zum Ende seines Konzertes eine flammende Rede gegen Rechtsextremismus: „Dies ist kein Ort für Faschisten“, sagte er. Ein Statement, das vom Publikum mit tosendem Applaus quittiert wurde.

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Erfolgsgeschichte Dieser Wunsch ging auch beim zweiten Anlauf nicht in Erfüllung: Auch wenn „Eisbrecher“ schon zum zweiten Mal in der Ratiopharm-Arena ein eigenes Festival realisierte, war die Halle mit etwa 3000 Besuchern nicht ausverkauft. „Irgendwann will ich die Arena voll machen“, sagt Sänger Alexander Wesselsky. Die nächste Möglichkeit dafür bietet sich bereits im kommenden Jahr, denn da will die Münchner Band mit ihrem Festival in die Ratiopharm-Arena zurückkehren. „Wir kommen wieder mit neuen Gruppen“, verspricht Wesselsky. Als Termin sei der September 2019 angedacht. ck

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