Hans Lebrecht wurde am 8. November 1915 als dritter Sohn von Wilhelm Lebrecht und seiner Frau Rosa in Ulm geboren. Der Vater Lebrecht hatte in Ulm eine Lederfabrik betrieben, die Firma wurde 1938 "arisiert", das heißt: enteignet. Hans Lebrecht wuchs in der Zeitblomstraße auf, später in der neu erbauten "Lebrecht-Villa" am Safranberg. Er konnte als Jude im April 1934 die Schule, ein Jahr vor dem Abitur, nicht mehr weiter besuchen. Unter großen Komplikationen folgte noch in Deutschland eine dreijährige Lehre als Maschinenschlosser.

1936 lernte er in Ulm Tosca Loewy, die Tochter des Kantors, kennen. Sie blieb seine Lebensbegleiterin bis zu ihrem Tod im März 2001. 1938 emigrierte sie nach Palästina, kurz darauf folgte Hans. Zuletzt lebten sie im Kibbuz Beit-Oren, unweit Haifa, in einem links-zionistischen Milieu. Ihre Töchter Ruth und Margalith leben heute in Israel beziehungsweise in Hamburg.

Nach der Gründung des Staates Israel war Lebrechts Hauptziel das friedliche, gleichberechtigte Zusammenleben von Juden und Palästinensern. Er arbeitete dafür als Friedensaktivist politisch sowie beruflich als Journalist. In diesen Rollen war er jahrzehntelang Beobachter, Beschreiber und auch Mitgestalter der politisch-gesellschaftlichen Verhältnisse des Staates Israel.

Bald nach seinem 80. Geburtstag, 1995 begann er seine Lebenserinnerungen zu schreiben. Sie sind 2007 unter dem Titel "Gekrümmte Wege, doch ein Ziel" vom Dokumentationszentrum Oberer Kuhberg im Ulmer Verlag Klemm&Oelschläger herausgegeben worden.

Hans Lebrecht war in den Nachkriegs-Jahrzehnten mehrfach, zuletzt im Herbst 2004, in seiner Heimatstadt, der er sprachlich und emotional tief verbunden war. Ein besonderes Anliegen war ihm dabei immer die Arbeit des Dokumentationszentrums Oberer Kuhberg mit seiner KZ-Gedenkstätte.