Einstein-Marathon 2018 Neu-Ulm: Hans Feder läuft mit 80 Halbmarathon

Neu-Ulm / Beate Storz 19.09.2018
Hans Feder hat das Laufen erst mit 70 Jahren entdeckt. Jetzt ist er 80 und plant seinen Start beim Einstein-Marathon.

Eigentlich treibt Hans Feder täglich genügend Sport. Allein schon deshalb, weil er in der vierten Etage eines Wohnhauses ohne Aufzug lebt. Doch der 80-Jährige ist weit mehr als ein rüstiger Rentner. Er ist Leistungssportler. Vor zehn Jahren hatte er beschlossen, mit dem Laufen anzufangen – und landete beim Halbmarathon.

„Ich habe schon immer Sport getrieben, als Kind Fußball und später viele Jahre Tennis gespielt, bin Ski gefahren, Rad gefahren und in den Bergen gewandert.“ Als Ingenieurstudent fuhr Feder 1963 mit dem Fahrrad in die Türkei. „Es war ein schönes Erlebnis, ich war ein Vierteljahr unterwegs“, erzählt er: von Hannover bis nach Izmir und über Griechenland wieder zurück nach Hannover.

Nur das Laufen hatte er bis zu seinem 70. Geburtstag noch nicht ausprobiert. Seine Freunde und die Familie fanden die Idee verrückt. „Alle sagten zu mir: In diesem Alter fängt doch kein vernünftiger Mensch noch mit dieser Sportart an!“ Feder schon.

„Disziplin ist das Wichtigste“

Sein Siebzigster war im Februar 2008. Im Herbst desselben Jahres nahm er am Einstein-Marathon teil und lief den Halbmarathon, also 21,0975 Kilometer. Feder legte allerdings nicht einfach los, sondern las vorher Fachliteratur und ging nach Plan vor. Er fing langsam mit kurzen Strecken an und steigerte peu à peu Tempo und Laufstrecke.

Mittlerweile läuft er zweimal in der Woche, nämlich jeden Donnerstag und Sonntag. Bei Wind und Wetter, selbst im Winter, wenn die Temperaturen im Keller sind. „Disziplin ist das Wichtigste, man muss feste Trainingszeiten festlegen und einhalten“, sagt der 80-Jährige. „Nur so hat man auch Erfolg.“

Im Sommer steht Feder schon um 5 Uhr auf. Denn ohne Frühstück verlässt er das Haus nicht. Und zwischen dem Essen und dem Laufen müssen zwei Stunden liegen. „Als es so heiß war, musste ich früh raus, um nicht in die Hitze zu kommen. Und mit vollem Bauch läuft es sich nicht gut“, erzählt er. Doch das ist nicht alles. Täglich macht Feder auch 20 Minuten Kraftsport und trainiert so seine Muskeln. „Kraftsport alleine reicht aber nicht, um körperlich fit zu bleiben. Ausdauersport ist genauso wichtig. Deshalb laufe ich zweimal in der Woche zwei Stunden.“ Außerdem geht er noch zum Wandern und schwingt sich aufs Rad.

Im Winter läuft er „nur“ 14 Kilometer. Ab dem Frühjahr bereitet er sich dann auf den Einstein-Marathon vor und läuft seine 21 Kilometer. Feders Route ist immer die Gleiche. Er startet vor seiner Wohnung in der Neu-Ulmer Innenstadt und läuft bis zum Thalfinger Baggersee, über Oberelchingen geht es wieder zurück nach Neu-Ulm, den Großteil der Strecke entlang der Donau.

Nicht gut vorbereitet

Bei seinem ersten Halbmarathon vor zehn Jahren benötigte Hans Feder für die Strecke zwei Stunden, zwei Minuten und 48 Sekunden. Dieses Jahr läuft er seinen achten Halbmarathon – es wird sein letzter sein. Denn im vergangenen Jahr habe er sich nicht gut vorbereitet gefühlt, vor zwei Jahren musste er einen Bänderriss auskurieren. Weshalb er zwei Mal aussetzte.

„Ich will zwar weiterlaufen, denn ich fühle mich wohl damit, aber Wettbewerbe sind mir dann doch zu viel. Da muss man hart trainieren und sein ganzes Leben in den Dienst des Marathons stellen. Das will ich nicht mehr.“ Ein junger Läufer stecke das alles leicht weg, „aber ich merke da mein Alter“.

Feder ernährt sich gesund, am liebsten mediterran, und kocht gerne. Er liebt Fisch, Obst und Gemüse, und hält immer sein Idealgewicht. Er ist überzeugt: Laufen hält gesund und verlängert das Leben. „Ich habe gelesen, dass man dadurch sechs bis zehn Lebensjahre gewinnen kann – vorausgesetzt natürlich, dass man gesund ist.“ Das ist Feder. Er muss selten zum Arzt, nimmt keine Medikamente und fühlt sich überhaupt topfit. Er weiß, dass das nicht selbstverständlich ist. „Es ist schon ein Glücksfall, dass mein Körper da mitmacht.“


Das könnte dich auch interessieren:

Mehr als 15.000 Läufer werden erwartet

Einstein-Marathon Der Einstein-Marathon findet am 23. September statt. Die Veranstalter rechnen für die 14. Auflage mit mehr als 15 000 Teilnehmern. Die Strecke führt vom Münsterplatz an der Donau entlang bis Thalfingen und über Pfuhl und Neu-Ulm zurück. Weitere Infos unter einsteinmarathon.de

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel