Berufswahl Handwerkskammer informiert Jugendliche vor der Berufswahl

Melanie (rechts) möchte Zahnärztin werden, Alina Lehrerin oder Schwimmtrainerin.
Melanie (rechts) möchte Zahnärztin werden, Alina Lehrerin oder Schwimmtrainerin. © Foto: Anna Mall
SWP 05.12.2015
Viele Schüler machen zurzeit ihre Praktika bei verschiedenen Betrieben. Für Neuntklässler an Realschulen rückt die Entscheidung, welchen Beruf sie später ausüben möchten, näher.

Deshalb haben wir Praktikanten der SÜDWEST PRESSE eine kleine Umfrage auf den Ulmer Straßen gemacht und acht Schüler zwischen 12 und 17 Jahren gefragt, wie ihre Vorstellungen aussehen.

Fünf wussten schon, welchen Beruf sie ergreifen wollen. Die 17-jährige Nisa etwa will Grafikdesignerin werden. Tom, 13 Jahre, möchte als Mechatroniker arbeiten. Die Umfrage hat gezeigt, dass viele Jugendliche eine Vorstellung von ihrer beruflichen Zukunft haben. Dennoch gibt es einige, die sich noch gar nicht mit ihrer Berufswahl auseinandergesetzt haben oder sich noch nicht festlegen können.

Philipp Hilsenbek, Leiter der Öffentlichkeitsarbeit bei der Handwerkskammer Ulm, hat uns in einem freundlichen Gespräch noch einige sehr hilfreiche Informationen zum Thema Berufswahl gegeben. "Es ist sehr wichtig, nicht auf dem Moment zu warten, wenn man nach den Prüfungen aus der Schule kommt", sagte Hilsenbek. Dann stehe man da und wissen nicht, was man jetzt machen soll. Auf die Schnelle noch einen Beruf zu finden, der einen wirklich interessiert und einem Spaß macht, für den es dazu noch einen Ausbildungsplatz gibt, das sei schwer.

"Um das zu vermeiden, ist es gut, sich schon möglichst früh Gedanken zu machen", sagt Hilsenbek. Vor allem sollte man nach Stärken und Schwächen gehen. Sollte man sich darüber noch nicht ganz im Klaren sein, sei es kein Fehler, Freunde nach ihrer Meinung zu fragen.

Außerdem könnten sich Schüler jederzeit bei der Handwerkskammer Ulm unter der Telefonnummer 0731/4256221 kostenlos beraten lassen. "Außerdem ist es nie schlecht, einen Ausbildungsberater zu kontaktieren oder bei der Lehrstellenbörse nach einer Ausbildung zu suchen", rät Hilsenbek. Das sei sehr nützlich, denn oftmals reiche die Beratung von Freunden, Eltern und Lehrern einfach nicht aus, um solch eine wichtige Entscheidung treffen zu können.

Laut Philipp Hilsenbek besteht derzeit in so gut wie in jedem Beruf eine sehr gute Chance einen Ausbildungsplatz zu bekommen. Viele Betriebe suchen händeringend nach geeigneten Auszubildenden.

Schon seit längerer Zeit ist bei den Jungs der Beruf des Kfz-Mechatronikers sehr beliebt. Ansonsten wechseln die Vorlieben immer wieder. Einen wirklich dauerhaft unbeliebten Beruf gäbe es nicht. Allerdings habe so ziemlich jeder Beruf eine Phase, in der es nicht genug Auszubildende gibt, um alle Lehrstellen zu besetzen.

Hilsenbek erklärt weiter, dass man im handwerklichen Bereich auch mit einem Werkrealschulabschluss gute Chancen habe, eine Stelle zu finden. Mit der Mittleren Reife sowieso.

Wer Abitur hat und sich die Frage stellt, ob er lieber studieren oder eine Ausbildung machen möchte, sollte bedenken, dass man auch mit einer dualen Ausbildung gute Chancen habe, im Beruf weiter zu kommen. Weiterbildungen würden angeboten und seien sehr sinnvoll. Das gelte fürs Handwerk, aber auch in anderen Berufen.

Etwas schwieriger war es, den richtigen Ansprechpartner bei der IHK zu finden. Uns wurde aber mitgeteilt, dass es auch von der Seite der Industrie- und Handelskammer viele Hilfen bei der Berufswahl gibt, sowohl Seminaren als auch Beratungen. Was genau könne man auf der Homepage nachlesen.

Die Nachfrage nach Azubis sei immer noch groß, da die Betriebe auf Auszubildende angewiesen sind. Schlussendlich sei für die Ausbildung zu beachten, dass man sich auf zwei Dinge konzentriert: Die Frage, was man gut kann und für was man sich interessiert. Wenn man das beachtet, habe man sehr gute Chancen bei der Berufswahl.

Anna Mall (14, RS Blaustein)

Selina Huber (14, RS Langenau)

Viele Infomöglichkeiten

Bildungsmesse Im kommenden Jahr gibt es in Ulm wieder die Bildungsmesse, und zwar vom 18. bis 20. Februar. Für Schüler ideale Chance, um einen ersten Eindruck zu bekommen.

BORS und BOGY Die meisten Realschulen und Gymnasien bieten ihren Schülern die Möglichkeit, in Berufe zu schnuppern. In der 9. oder 10. Klasse gehen die Schüler in Betriebe.