Handtmann in Biberach wächst im Bereich Füll- und Portioniersysteme für die Lebensmittelbranche: Die Unternehmensgruppe meldet, dass sie die Inotec Gruppe in Reutlingen übernehme. Beide Firmen haben bereits den Kaufvertrag unterzeichnet. Die Übernahme müsse allerdings noch vom Bundeskartellamt genehmigt werden, hieß es.

Keine Auswirkungen auf Arbeitsplätze bei Handtmann und Inotec

Wichtig zu wissen für die Mitarbeiter beider Unternehmen: „Eine Veränderung bei den Arbeitsplätzen ist im Zusammenhang mit der Übernahme nicht geplant“, heißt es in der Mitteilung zur Fusion von Handtmann und Inotec.

Inotec wird in der Zukunft zum Geschäftsbereich Füll- und Portioniersysteme bei Handtmann gehören, wo Inotec in seiner aktuellen Form weitergeführt wird. Daher sei im Zusammenhang mit der Übernahme keine Veränderung bei der Zahl der Arbeitsplätze vorgesehen. Die bisherige Inotec-Geschäftsführung werde das Reutlinger Unternehmen auch weiterhin operativ leiten.

Handtmann und Inotec setzen auf Wachstum

Beide Unternehmen erwarten ein schnelles, starkes Wachstum und einen Imagegewinn für die beiden Marken. Man rechne in der Folge mit höheren Marktanteilen, einem größeren Markteinfluss und einem besseren Zugang zu neuen Märkten. Das biete auch Zukunftssicherheit und Entwicklungsmöglichkeiten für die Mitarbeiter beider Unternehmen.

Das sind die Gründe für den Kauf

In der Lebensmittelbranche würden sich Märkte, Kunden und der Wettbewerb rasant verändern, heißt es in der Unternehmensmitteilung. Vor allem sei zu beobachten, dass Unternehmen im Bereich der lebensmittelverarbeitenden Maschinen fusionierten, um ihren Kunden Gesamtlösungen aus einer Hand anbieten zu können.

Ein weiterer Grund für die künftige, enge Zusammenarbeit seien die besseren Vertriebsmöglichkeiten. Frank Gekeler, Geschäftsführer und Mit-Gründer von Inotec, sagt dazu: „Bereits seit 2017 besteht zwischen Handtmann und Inotec eine erfolgreiche Vertriebskooperation für die USA und Kanada und seit dem vergangenen Jahr auch in Russland. Beide Unternehmen haben hier sehr positive Erfahrungen gemacht. Unter dem Dach der Handtmann Unternehmensgruppe können wir auf ein internationales Vertriebsnetz zugreifen. Der Zusammenschluss bietet uns die Möglichkeit, weltweit als großer Anbieter aufzutreten und uns so bestmöglich für die Zukunft aufzustellen.“

Handtmann in Biberach.
© Foto: Handtmann

Unternehmen aus Biberach und Reutlingen ergänzen sich

Handtmann-Chef Thomas Handtmann sagt zu der Übernahme: „Gemeinsam mit Inotec sind wir künftig in der Lage, komplette Produktionslinien anzubieten und dies in einer einzigartigen Kombination innerhalb unseres Wettbewerbsumfelds. Die Allianz der beiden Top-Marken Handtmann und Inotec wird beiden Unternehmen enorme Vorteile bei der Gewinnung von neuen Kunden und Projekten in aller Welt verschaffen und uns sehr positive Wachstumsaussichten eröffnen.“

Das ist der Geschäftsbereich Füll- und Portioniersysteme von Handtmann

Der Geschäftsbereich Füll- und Portioniersysteme der Albert Handtmann Maschinenfabrik GmbH & Co. KG entwickelt, produziert und vertreibt Füll- und Portioniersysteme, die unter anderem zur Herstellung von Wurstwaren eingesetzt werden. Einige Fakten zum Geschäftsbereich laut Firmenangaben:

  • Aktuell ist das Unternehmen mit elf Vertriebsniederlassungen und 60 Vertriebspartnern weltweit vertreten.
  • Produziert werden die Anlagen in Biberach.
  • 2019 erwirtschaftete der Handtmann Geschäftsbereich Füll- und Portioniersysteme mit 800 Mitarbeitenden einen Umsatz von über 200 Millionen Euro.
  • Bei der Hauptzielgruppe, der fleischverarbeitenden Industrie, ist das Unternehmen Weltmarktführer.
  • Auch in anderen Lebensmittelbranchen wie beispielsweise bei Backwaren gewinnt die Handtmann Maschinenfabrik zunehmend Kunden.

Das ist ist das Unternehmen Inotec

Inotec ist Unternehmensangaben zufolge ein führender Hersteller von Misch- und Zerkleinerungstechnik sowie von Abbindemaschinen für die Lebensmittelverarbeitung.

  • Die Inotec Gruppe beschäftigt rund 270 Personen an vier Standorten
  • Das sind Reutlingen, Herzebrock-Clarholz (Nordrhein-Westfalen), Hluk (Tschechische Republik) und Saverne (Frankreich).
  • Die Gruppe erwirtschaftete 2019 einen Jahresumsatz von über 30 Mio. Euro.