Ulm / Julia Kling  Uhr

Gastronomie statt Handel. So lautete in der jüngsten Vergangenheit häufig die Schlagzeile, wenn über neue Mieter in der Innenstadt berichtet wurde. Jetzt zeigt das Beispiel in der Dreiköniggasse, dass es auch anders geht. Bekleidungsgeschäft folgt auf Bekleidungsgeschäft, wenn sich auch die Zielgruppe verändert. Wo bislang hochpreisige Fell- und Lederjacken verkauft wurden, hängt bald Secondhand-Kleidung.

Für die Innenstadt ein positives Zeichen. Nicht nur Franchise-Nehmer von Gastroketten und Filialen großer Firmen kommen bei Neuvermietungen zum Zug. Auch Hilfsorganisationen wie die Aktion Hoffnung, die auf Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein setzt, haben Chancen. Sicherlich ist das Ladengeschäft nicht in bester Lage. Aber es ist ein Glücksfall für die Organisation. So kann sie aufgrund der großen Flächen von rund 200 Quadratmetern neben einem reinen Verkaufsgeschäft auch Veranstaltungen und Workshops in einer Werkstatt anbieten. Jetzt bleibt zu hoffen, dass die umfassenden Ankündigungen der Betreiber auch umgesetzt werden und die Ladenfläche mit Leben gefüllt wird. Die gestiegene Sensibilität für Nachhaltigkeit in der Bevölkerung könnte dem Projekt helfen. Es bleibt jedoch abzuwarten, ob sich zwei Geschäfte mit ähnlichem Konzept in unmittelbarer Nachbarschaft tragen.