Soziales Halt und Hilfe nach der Klinik

Ul, / swp 27.08.2018

Direkt von ihrer Ärztin ist Anna Müller (Name geändert) mit dem Taxi auf die Schlaganfallstation ins RKU gekommen. Nach dem Aufwachen war die 93-Jährige wackelig: Schlaganfall. Vier Tage wird sie im RKU betreut.

Müller lebt alleine. Am Entlasstag ist sie ängstlich. Jessica Kaifler ist Krankenschwester auf der Stroke Unit im RKU. Sie sieht, dass die alte Dame Hilfe benötigen wird, wenn sie wieder zuhause ist und spricht sie an: Ob sie sich nicht von der Pflege-Brücke beraten lassen will, bei der Kaifler sich als eine von mehreren Pflegepersonen engagiert. Müller willigt ein.

Die Pflege-Brücke Ulm ist ein gemeinnütziger Verein. Im Frühjahr 2018 wurde er unter der Schirmherrschaft von Alt-OB Ivo Gönner aus der Taufe gehoben. Die Pflegekräfte, die sich dort engagieren, arbeiten in Ulmer Kliniken. Sie beraten und unterstützen Patienten, die nach einem Krankenhausaufenthalt Hilfe bei der Versorgung benötigen und bei denen noch keine Versorgung durch ambulante Pflegedienste oder Pflegeeinrichtungen erfolgt. Das Angebot ist für Patienten und Angehörige kostenlos.

Besuch daheim

Drei Tage nach der Entlassung besucht Jessica Kaifler Frau Müller daheim. Zunächst geht sie mit ihr eine Liste durch, welche Hilfen sie bereits in Anspruch nimmt. „Vor Ort sieht man besser, was Patienten eventuell gebrauchen können“, sagt Kaifler. Anna Müller war bisher auf sich selbst gestellt. Einen Gehstock hat sie schon. Braucht sie noch mehr Unterstützung? Langfristig schon, meint Müller, denn die Nachbarn, die häufig einspringen, sind nicht immer da.

Kaifler schlägt vor, für eine längerfristige Unterstützung bei der Nachbarschaftshilfe anzufragen. „Wir beraten nur, aber wir pflegen nicht“, schränkt sie ein. Nach dem Hausbesuch wird sie einen Antrag auf Kostenübernahme beim Verein stellen und den Besuch in der Teamsitzung der Brückenkräfte besprechen. Manchmal sei auch ein zweiter oder dritter Besuch nötig, so Kaifler. Wenn etwa ein Pflegedienst organisiert wird, dauere das länger, als einen Rollator zu bestellen.

Anna Müller ist dankbar für die beratende Unterstützung. Ein zweiter Besuch wird bei ihr nicht nötig sein.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel