Stephan Kolb schmeißt seit fünf Jahren die Halloween-Party im Ulmer Roxy: „Im Sommer geht es los. Da wühle ich mich durch die Gruselshops, um neue Deko für die Party zu suchen. Im Internet gibt es spezielle Horrorshops – vor allem in Amerika –, die haben natürlich total abgefahrene Sachen, da kann man ein Vermögen für ausgeben.“ Das Roxy-Team schaut vorher auch nochmal in die Kisten, in denen die schon vorhandene Deko das Jahr über schlummert, und prüft, ob etwas ersetzt werden muss. Über die Jahre hat sich da einiges an gruseligen Requisiten angesammelt.

Halloween-Party im Roxy: Vorbereitungen laufen seit Sommer

„Anfangs war das ein Riesenaufwand, aber inzwischen ist die Vorbereitungszeit kürzer, da wir gut eingespielt sind“, erzählt Kolb. „Natürlich reizt es mich, Deko auch mal selber zu machen, Särge zum Beispiel, aber da macht der Brandschutz uns einen Strich durch die Rechnung. Das ist alles sehr streng, wir müssen zum Beispiel auch alle Halloweenpuppen vor der Veranstaltung mit Brandschutzspray einsprühen. Das sind bis zu 40 Stück – und das ist nicht das Ende der Fahnenstange“, erklärt Kolb.

Roxy Ulm: Schauplatz der Grusel-Fratzen

Einen kompletten Tag wird für die Party aufgebaut. Das heißt: Zehn Leute fliegen quasi per Hubsteiger durch die Roxy-Hallen – bis unters Dach, um die Kulturhallen für eine Nacht in eine supergruselige Location zu verwandeln. Es wird genäht, geflickt und gebastelt – so lange, bis alles passt. Dann geht es los. „Und man muss schon sagen, es ist jedes Jahr wieder faszinierend, was da an Kostümen zu sehen ist. Ich kann mich an einen erinnern, der war vier Meter groß und passte kaum durch die Tür – echt abgefahren! Ich weiß gar nicht, wie der aufs Klo ging … Aber auch sonst haben wir viele Gruppen, die total kreativ sind. Meist sind es Klassiker wie Zombies, Monster, freakige Mädels, alte Omas, Krankenschwestern oder Bräute. Ab und an gibt es Film-Phänomene wie zum Beispiel eine Häufung von Clowns. In diesem Jahr könnte ich mir vorstellen, dass mehr als Joker verkleidet kommen.“

Der Gruselbeauftragte des Ulmer Roxy, Stephan Kolb, weckt die Gruseldeko für die Halloween-Party aus dem Schlaf.
© Foto: Stefanie Müller

Maskenbildnerinnen vom Ulmer Theater sind im Einsatz

Das denkt auch Daniela Mayerbacher. Sie und Kathleen Rohrer sind Maskenbildnerinnen am Theater Ulm. Bei der Roxy-Halloween-Party werden sie die Besucher „verunschönern“, zum Beispiel zu bleichen oder blutigen Beautys: „Das selbstgekochte Kunstblut aus Rote-Bete-Saft und Speisestärke steht schon parat. Wunden und Narben zum Aufkleben sind bei den Herren beliebt. Kleine Spinnentiere gibt es auch“, sagt Mayerbacher. 10-15 Minuten zum Schminken haben die Maskenbildnerinnen pro Besucher. Für ein Frisurenstyling reicht die Zeit da leider nicht. Auch für gruselige Zähne, spitze Fingernägel, farbige Kontaktlinsen oder Perücken muss man selber sorgen.

Halloween-Party: Schnappschüsse in der Fotobox

In Sachen Musik wird bei der Party auf die Klassiker gesetzt. „Wir haben es auch mal mit bekannten DJs oder Special Acts probiert – insgesamt steigert das aber nur die Kosten und ist nicht der Grund, warum Leute zu unserer Party kommen“, sagt Kolb. In der Werkhalle gibt es Hip-Hop mit DJ Marvelles, im Studio Drum’n’Bass mit Riddler und in der Cafébar Mixed Music von DJ Tomy. Für bleibende Erinnerungen sorgt die Fotobox, für volle Mägen Damn Burger. Um 3 Uhr ist der ganze Spuk vorbei. Skelette und Hexen ruhen um 6 Uhr bis zum nächsten Jahr wieder in ihren Kisten.

Wichtige Info:

Die Halloween-Party im Roxy ist ausverkauft. Ob es eine Abendkasse geben wird, hängt laut Veranstalterdavon ab, wie früh die Leute mit Vorverkaufstickets kommen und wie sie sich auf die Hallen verteilen.

Dieser Artikel ist in Kooperation mit cityStories Ulm entstanden.

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