Ulm Halle statt Markthalle: Neuer Name und neues Konzept

Ulm / Luca Schmidt 17.12.2018
Ab heute hat die Ulmer Markthalle nach Umbauarbeiten wieder geöffnet – und heißt jetzt „die Halle.“ Wir stellen die Stände vor.

In der ehemaligen Markthalle Ulm kann ab sofort wieder geschlemmt werden. Unter dem Motto „Yes we can“ hatten die Betreiber Anfang November angekündigt, dass „die Halle“, so der neue Name, bis auf weiteres geschlossen bleibt. Der Grund: Es gebe Verbesserungsbedarf. Nun hat die Halle der Pächter Feben Eyob und Dimitrios Katranis wieder geöffnet – und der neue Name ist Teil eines veränderten Konzepts.

„Vor der Schließung ist es nur mittags gut gelaufen“, sagt Katranis. Das habe unter anderem an der Umsetzung gelegen. „Für eine richtige Markthalle hätte es Läden gebraucht, die etwas verkaufen. Viele Kunden waren enttäuscht, dass es hier nur Essen gibt, der Name hat irritiert“, sagt er. Deshalb nun die Umbenennung.

Die Umbauarbeiten seien ein hartes Stück Arbeit gewesen. „Mein Bruder und ich haben in den vergangenen sieben Wochen täglich ungefähr 15 Stunden hier gearbeitet“, sagt Katranis, dessen Augenringe bei der Eröffnung zeigen, dass die Strapazen noch nicht ganz vergessen sind. Finanziert wurde die neue Halle von allen Essens-Ständen gemeinsam – deshalb spricht Katranis auch von einem Projekt.

Keine Bierbänke, dafür Alkohol

Neu sind unter anderem die Tische und Stühle, für die die alten Bierbänke weichen mussten. Ebenfalls neu ist die erweiterte Bar, an der künftig auch alkoholische Getränke ausgeschenkt werden. Und es gibt jetzt mehr Gastronomen: an sieben Ständen kann man Essen aus Lateinamerika, Asien, Russland, Italien, Ostafrika und der Türkei probieren. Wenn Dimitrios Katranis jetzt noch einen Wunsch frei hätte, würde er ihn für einen Portier einlösen. „Die Türe knallt immer, wenn sie schließt“, sagt er.

„Reich werden wir hier mit der Gastronomie nicht, aber einige Standinhaber müssen davon leben“, sagt Katranis. Doch selbst wenn das Projekt sehr gut laufen sollte: in ein paar Jahren wird das Gebäude laut Eigentümer abgerissen. Wann genau, das sei noch unklar.

Geöffnet hat die Halle am Heigeleshof 5 montags bis freitags von 11 bis 14 Uhr und von 17 bis 22 Uhr. Samstags ist von 12 bis 22 Uhr geöffnet.

Das sind die neuen Stände in der Halle

Diana Rapp und Dimitrios Katranis verkaufen Essen aus Lateinamerika – und decken damit eine große Bandbreite ab.
Diana Rapp und Dimitrios Katranis verkaufen Essen aus Lateinamerika – und decken damit eine große Bandbreite ab. © Foto: Luca Schmidt

Abuelita´s

Beim Abuelita´s, zu Deutsch Großmütterchen, gibt es lateinamerikanisches Essen von Diana Rapp und Dimitrios Katranis. Rapps Mutter kommt aus Peru, die Rezepte gibt es aber von der Tante: die ist Köchin in Perus Hauptstadt Lima. Was man hier probieren muss: Lomo saltado, eine Rinderpfanne mit Kartoffeln und Gemüse. Vegetarier sollten das Chaufa de Quinua probieren. Gerichte gibt es für drei bis sieben Euro.

Das Gericht Injera gibt es nicht nur in Eritrea, sonder auch in Äthiopien.
Das Gericht Injera gibt es nicht nur in Eritrea, sonder auch in Äthiopien. © Foto: Luca Schmidt

Eri Soul

Eritreisches Essen gibt es von Harnet Brunner-Tesfazghi und Feben Eyob. Spezialität hier: Injera. Das ist Sauerteigfladen mit verschiedenen Saucen, Fleisch oder Gemüse. Das Gericht kann würzig und scharf sein, ist dann aber schon angepasst – denn in Eritrea wird es noch schärfer gegessen. Gerichte gibt es für 5 bis 8,50 Euro.

Asiatisches Essen aus Vietnam und Thailand gibt es bei Asia Van.
Asiatisches Essen aus Vietnam und Thailand gibt es bei Asia Van. © Foto: Luca Schmidt

Asia Van

Wer vietnamesisches oder thailändisches Essen sucht, wird hier fündig. Thuy Duong-Krüger betreibt ein Restaurant in Ulm, die Halle ist ein weiteres Standbein. Was man hier probieren sollte: Das Rote Thai-Curry, das es wahlweise mit Tofu oder Fleisch gibt, und die vietnamesische Suppe Pho. Gerichte gibt es für zwei bis zehn Euro.

Die Pizza kommt aus Neapel, sagt Francesco Contino.
Die Pizza kommt aus Neapel, sagt Francesco Contino. © Foto: Luca Schmidt

Portico

Franceso Contino stammt aus Neapel – und hat die Rezepte von dort direkt mit in die Halle gebracht. Bei ihm gibt es Italienisch. Auf jeden Fall probieren: Penne mit Auberginen-Tomatensauce und Rucola-Salat. Gerichte gibt es für 5,50 Euro bis 7 Euro.

Ludmila Wolf bereitet nicht nur hier, sondern auch in ihrem Café Matroschka russisches Essen zu.
Ludmila Wolf bereitet nicht nur hier, sondern auch in ihrem Café Matroschka russisches Essen zu. © Foto: Luca Schmidt

Matroschka

Ludmila Wolf führt ein Restaurant – und einen Stand in der Halle. Sie selbst kommt aus Kasachstan, zu Essen gibt es Russisch. Unbedingt probieren: Borschtsch, eine Gemüsesuppe mit Roter Bete. Gerichte gibt es für 1,50 Euro bis 7,50 Euro.

Türkische Feinkost gibt in der Halle auch.
Türkische Feinkost gibt in der Halle auch. © Foto: Luca Schmidt

Ulmer Feinkost

Hier gibt es türkische Feinkost von Sevim Yagcioglu, von den gefüllten Weinblättern bis zur scharfen, hausgemachten Tomatensauce. Probieren darf man hier auch vor dem Kauf. Eine besondere Spezialität: Kumpir, eine große, gekochte Kartoffel, die gefüllt wird. Gerichte gibt es für zwei bis sechs Euro.

Türkan Yazici brät die Köfte (Frikadellen), dazu gibt es verschiedene Saucen.
Türkan Yazici brät die Köfte (Frikadellen), dazu gibt es verschiedene Saucen. © Foto: Luca Schmidt

Die Köfterei

Türkisch zum Zweiten: Bei Türkan Yazici gibt es Köfte, also Frikadellen. Hier probieren: Köfte mit hausgemachter Avocadosauce – wobei man laut Inhaberin alles ausprobieren sollte. Gerichte gibt es für 4,90 Euro bis 8,90 Euro.

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