Ulm Gutes Konzept gesucht

Es geht um die Fabrikhallen hinter den abgestellten Autos am Rand der Magirusstraße: Sie sollen abgerissen werden. Wie das Gelände anschließend genutzt werden soll, will die Stadtverwaltung unter anderem durch Einbeziehung vieler Bürger in Form eines Bebauungsplans festlegen. Foto: Lars Schwerdtfeger
Es geht um die Fabrikhallen hinter den abgestellten Autos am Rand der Magirusstraße: Sie sollen abgerissen werden. Wie das Gelände anschließend genutzt werden soll, will die Stadtverwaltung unter anderem durch Einbeziehung vieler Bürger in Form eines Bebauungsplans festlegen. Foto: Lars Schwerdtfeger
Ulm / JÜRGEN BUCHTA 09.08.2012
Was wird aus der Industriebrache hinterm Blautalcenter? Am liebsten sähe die Stadtverwaltung dort ein lebendiges Stadtquartier, in dem man wohnt, arbeitet und vielleicht noch in einem Lokal bewirtet wird.

. Vier Hektar groß ist das Gelände zwischen der Blau, der Magirus- und der Einsteinstraße, das die Firma Iveco Brandschutz jahrzehntelang industriell genutzt hat. Inzwischen hat sie sich von dort verabschiedet. Und die Stadtverwaltung hat erste Gedanken entwickelt, wie das Areal nach Abbruch der Hallen gestaltet werden soll.

Top ist die Lage zwar nicht. Einen Steinwurf hinter dem Flüsschen zieht sich das Blautal Center hunderte Meter lang hin. Jenseits der Magirusstraße liegen die Anlagen der Fernwärme Ulm (FUG). Aber man kann etwas aus dem Areal machen, meinen die Stadtplaner. Zumal der Blaukanal im Westen und das Ufer der Blau im Norden verbreitert, ansprechend gestaltet und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden sollen. Auch sollen Platz- und Straßenbäume zwischen die künftigen Häuser gepflanzt werden.

"Für das Gelände sehen wir eine Nutzungsmischung aus Wohnen, Gewerbe, Dienstleistung und Gastronomie vor," trug Stadtplanungschef Volker Jescheck den Mitgliedern des Fachbereichsausschusses Stadtentwicklung, Bau und Umwelt vor. Seit den 1990er Jahren sei in der Weststadt viel geschehen. Nachdem die damals ansässigen großen Firmen verlagert oder aufgegeben wurden, entstanden "lebendige Quartiere mit gemischten Nutzungen wie das Steiger-Deschler-Areal, das Brauer-Viertel und das Hörz-Areal", zählte Jescheck auf. Genauso lebendig solle das jetzt ins Auge gefasste Areal werden. Um dahin zu kommen, muss allerdings der Bebauungsplan geändert werden. Der gültige Plan aus dem Jahr 1956 setzt eine gewerbliche Nutzung fest. "Mit dem bestehenden Baurecht kann keine geordnete Entwicklung hin zu einem gemischten Quartier erfolgen", stellte Jescheck fest.

Vorgaben, wie das Areal genutzt und bebaut werden soll, sollen während verschiedener Veranstaltungen entwickelt werden: "In der ersten Dialogphase werden städtebauliche Ziele mit Bürgern, der Regionalen Planungsgruppe Weststadt und dem Vorstadtverein Söflingen diskutiert", kündige er an. Deren Ergebnisse flössen in einem Rahmenplan zusammen, der in einem zweiten Prozess diskutiert werde. 2015 soll dann ein städtebaulicher Wettbewerb ausgeschrieben werden.

Das Gelände, um das geht, gehört nicht der Stadt. Sie habe sich um den Kauf bemüht, versicherte Bürgermeister Alexander Wetzig. Sei aber nicht zum Zug gekommen. Die Bedingungen, die der Eigentümer gefordert habe, seien unzumutbar. Der geforderte Grundstückpreis sei viel zu hoch angesetzt.

Das sah Stadtrat Michael Joukov nicht ganz so. "Das A und O, ob sich was rentiert, hängt doch davon ab, was darauf geschieht", sagte der Grüne. Seine Fraktionskollegin Annette Weinreich forderte die Verwaltung auf, in den wenigen Wochen, während der die Stadt noch von ihrem Vorkaufsrecht Gebrauch machen kann, einen Rahmenplan zu entwickeln, der eine möglichst kostendeckende Nutzung des Areals ermöglicht.

Der Stadtplaner betonte, dass es bei eingeschlagenem Weg nicht darum gehe, Baurecht innerhalb eines Jahres zu entwickeln. "Wonach wir suchen, ist ein richtig gutes Konzept." Auch habe die Stadt massives Interesse daran, sich die "Lufthoheit" (Jescheck) über das Areal zu sichern.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel