Durch die dunklen Gänge der Wilhelmsburg, von Katakomben über Wendeltreppen bis zu verwinkelten Abzweigungen – alles nur beleuchtet durch flackernden Kerzenschein, dazu schaurige Geschichten ... So kann man sich die Gruselführungen vorstellen, die mehrmals im Oktober in der Wilhelmsburg angeboten werden.

Schaurige Geschichten: Bereit für die Ulmer Gruselnacht?

„Die Führung gibt es schon seit einigen Jahren. Jörg Zenker, den mancher wohl als Stadtführer in verschiedensten Gewändern kennt, hat sie ins Leben gerufen“, erzählt Robert Keller vom Organisationsteam der Gruselführung. „Sie ist eine Kombination aus Führung, Schauspiel und Lesung. Das Ganze im alten Gemäuer der Wilhelmsburg – da gibt es schon den ein oder anderen Gruseleffekt.

Stadtführer Jörg Zenker trägt bei der Ulmer Gruselnacht schaurige Geschichten vor.
© Foto: Privat

Gerade wenn man dort im Dunklen läuft, hat die Burg eine ganz besondere Atmosphäre. Sobald man um die zweite Ecke gegangen ist, verliert man außerdem jegliche Orientierung – da ist Gänsehaut vorprogrammiert“, so Keller. „Die Lesungen darf man sich jetzt nicht total trocken vorstellen, die werden halb inszeniert und auch mit viel Emotion gelesen, dadurch werden die Geschichten sehr fühlbar.“

Gruselführung: Kombination aus Führung, Schauspiel und Lesung

Das Gruselteam besteht aus sechs Mitgliedern: Vier, die führen, und zwei, die organisieren. „Wir treffen uns Anfang des Jahres und legen Termine fest, wobei das schon der erste gruslige Teil ist – alle unter einen Hut zu bringen, ist wirklich gar nicht so einfach. Dann überlegen wir, welche Geschichten wir diesmal lesen wollen. Es gibt mittlerweile auch Stammgäste, da sehen wir es als persönliche Herausforderung, immer auch etwas Neues zu bieten. Wir halten uns aber vor allem an alte Texte – Edgar Allan Poe ist natürlich der Kern, aber auch Texte von Bram Stoker oder Robert E. Howard werden vorgetragen. Außerdem suchen wir jedes Mal auch neue Wege und Räume in der Burg – und da gibt es schon einige ganz schön gruslige Örtlichkeiten: Da denkt man, man ist bereits im Keller und dann geht da nochmal eine Treppe runter und läuft einen schier endlosen Gang entlang, um unter dem Burggraben durch und auf der anderen Seite wieder rauszukommen.“

Wilhelmsburg: Gemeinsam speisen nach dem großen Gruseln

Keller bedauert: „Leider können wir nicht überall hinführen. „Einige Gänge sind Sackgassen, andere Räume schlichtweg zu klein. Natürlich hätten wir noch viele weitere Ideen, doch wir sind alle beruflich, aber auch im Kulturbereich mit anderen Projekten sehr gut beschäftigt“, so Keller, der im wahren Leben kaufmännischer Geschäftsführer ist. „Die Führungen sind praktisch ein Gegenpol zur Arbeit, da bekommt man mal den Kopf frei.“

Im Oktober gibt es gruselige Führungen durch das alte Gemäuer der Wilhelmsburg.
© Foto: Privat

Nach den Führungen gibt es immer etwas Nervennahrung für alle Teilnehmer, „zumindest für diejenigen, die es bis dahin geschafft haben“, lacht Keller. „Gemeinsam wird noch eine Kleinigkeit gegessen – so kann man den Abend gemeinsam ausklingen lassen. Ich habe schon von vielen Gästen gehört, dass der Abend etwas ganz Besonderes war, das freut einen natürlich sehr.“

Nächste Termine für Gruselführung in Wilhelmsburg

- Freitag, 11. Oktober, 21 Uhr

- Samstag, 12. Oktober, 21 Uhr

- Sonntag, 20. Oktober, 21 Uhr

Die Führung kostet inklusive Essen 25 Euro. Feste Schuhe sind wichtig, außerdem sollte man sich warm anziehen, denn es ist kalt in den Gewölben der Burg. Die Tour ist nicht barrierefrei.

Gruselführung: Hier kannst du dich anmelden

Zur Gruselführung kann man sich via E-Mail bei gruselnacht@gmx.de anmelden.

Update: Kurz nach Erscheinen dieses Artikels waren alle Führungen ausgebucht.

Dieser Artikel ist in Kooperation mit cityStories Ulm entstanden.

Das könnte dich auch interessieren: