Entscheidung Orange Campus: Und so lief es im Rathaus ab

Die Sitzung zum Orange Campus im Ulmer Rathaus ebnete den Weg.
Die Sitzung zum Orange Campus im Ulmer Rathaus ebnete den Weg. © Foto: Volkmar Könneke
Ulm / Harald John 11.07.2018
In einer gemeinsamen Sitzung im Ulmer Rathaus bekam der Orange Campus den nötigen Zuspruch - und so lief es ab.

Andreas Oettel strahlte vor Glück im Kleinen Sitzungssaal des Rathauses. Doch offiziell gab sich der Geschäftsführer der Basketballer noch vorsichtig. Schließlich müssen der Ulmer Gemeinderat am kommenden Mittwoch und der Neu-Ulmer Stadtrat eine Woche später noch ihre formale Zustimmung geben.

Seit Mittwoch um 16 Uhr kann es allerdings als gesichert gelten, dass der Orange Campus gebaut wird.

In einer gemeinsamen Sitzung des Hauptausschusses und des Bildungs- und Sozialausschusses (auch für Sportfragen zuständig) stimmten die Stadträte mit großer Mehrheit für das Nachwuchszentrum der Basketballer auf dem Gelände des alten Donaubades auf Neu-Ulmer Seite.

Teilnahme und Stimmen

Mit Gunter Czisch, Martin Bendel und Iris Mann verfolgten gleich drei Bürgermeister die Abstimmung. Im Hauptausschuss stimmten alle zehn Mitglieder für das Projekt, im Bildungsausschuss gab es 12 Ja-Stimmen bei einer Nein-Stimme von Reinhard Kuntz (FWG).

Finanzielles Risiko

In der kurzen Debatte hatte der FWG-Fraktionsvorsitzende Reinhold Eichhorn positiv registriert, dass durch den Split des Projektes das finanzielle Risiko für die Stadt um die Hälfte minimiert worden sei.

Warum der Zuspruch?

Die Mehrheit der Freien Wähler betrachte den Orange Campus als ein „Leuchtturmprojekt, das bundesweit einmalig ist“. Seine Fraktionskollegin Helga Malischewski sprach von einem „wahnsinnsgroßen Vertrauensvorschuss“ der Stadtpolitik für den Verein.

Erik Wischmann signalisierte die Zustimmung der FDP-Fraktion: „Wir haben es uns nicht leicht gemacht, das war eine schwere Geburt.“ Letztlich sei das Risiko aber auf ein erträgliches Maß gesenkt worden.

Karin Graf begründete die Zustimmung aller zehn CDU-Vertreter: „Das Projekt der Basketballer ist Jugendförderung und ein bedeutendes Alleinstellungsmerkmal für die Stadt.“

Sigrid Räkel-Rehner (Grüne) sagte: „Der Campus ist eine große Bereicherung für die Region.“ Deshalb würden die Grünen mehrheitlich „grünes Licht geben“.

Die SPD-Vorsitzende Dorothee Kühne erinnerte daran, dass ihre Fraktion „von Anfang an von dem Projekt begeistert“ gewesen sei.

Freude

Basketball-Geschäftsführer Oettel, der mit Vertrauten die Abstimmung verfolgt hatte, zeigte sich erfreut, auch wenn es noch zwei weitere Abstimmungen in Ulm und Neu-Ulm gebe.

Butter bei die Fische

Das Schlusswort hatte OB Gunter Czisch, der sich selbst mit einem geflügelten Satz aus der Debatte um den Orange Campus zitierte: „Butter bei die Fische – jetzt müssen alle zum Erfolg des Projekts beitragen.“

Video

Hier der Spot von Ratiopharm Ulm zum Orange Campus:

Langer Weg

Bis zum großen Zuspruch für das Projekt war es ein langer Weg.

23-Millionen-Projekt mit Risiko-Splittung

Sportförderung Nach aktuellen Berechnungen wird der Campus 23,4 Millionen Euro kosten. Um die Risiken für den Steuerzahler zu minimieren, wird das Projekt in einen öffentlichen und einen privaten Teil geteilt. Rund zwölf Millionen kommen aus Zuschüssen der Städte, des Landessportbundes und öffentlichen Darlehen, 11,3 Millionen Euro muss der Verein aufbringen.

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