Familienpolitik Grüne wünschen sich das Donaubad attraktiver für Familien

Appell statt Verbot: Schilder im Donaubad fordern Erwachsene auf, zum Rauchen in den Raucherbereich zu gehen.
Appell statt Verbot: Schilder im Donaubad fordern Erwachsene auf, zum Rauchen in den Raucherbereich zu gehen. © Foto: Matthias Kessler
Ulm/Neu-Ulm / REBECCA JACOB 01.07.2017

Momentan zeigt der Sommer mit Regen und Gewitter seine unfreundliche Seite – da sind Hallenbäder eine gute Alternative zum Badesee. Das Donaubad in Neu-Ulm hat ja beides, Hallen- und Freibad, und wirbt außerdem mit großer Familienfreundlichkeit: Vergünstigter Eintritt für Familien mit nur einem Elternteil, Schwimmkurse für Kinder, jeden Freitag ist Familientag. Denise Niggemeier von der Grünen Fraktion hat eine einjährige Tochter und ist daher oft im Donaubad. „Das Angebot ist prinzipiell sehr gut. Aber es gibt noch einiges, das besser laufen könnte.“ Aus Niggemeiers Beobachtungen ist ein Antrag der Grünen an die Oberbürgermeister von Ulm und Neu-Ulm geworden (wir berichteten). Darin machen die Räte drei Vorschläge für das Donaubad.

Umkleidekabinen Im Bad sollen sogenannte Familienkabinen angeboten werden. Michael Joukov von den Grünen findet das leicht umzusetzen: „Das geht problemlos, indem man zwei Kabinen zusammenlegt.“

Rauchverbot Im Kleinkindbereich stehen bisher lediglich Warnschilder, ein tatsächliches Verbot besteht nicht. Niggemeier möchte so vor allem unschöne Diskussionen mit anderen Eltern vermeiden.

Zeitkarte Bisher können Besucher des Donaubads Karten für zwei, drei und vier Stunden Aufenthalt kaufen. Den Grünen schwebt ein Zeitkartensystem vor, das es auch im Ulmer Westbad gibt: Besucher kaufen für einen bestimmten Betrag ein Zeitkontingent, abgerechnet wird minutengenau bei Verlassen des Bades.

Gerhard Semler, einer der Geschäftsführer der Donaubad GmbH, ist prinzipiell offen für die Vorschläge. Thema der gestrigen Aufsichtsratssitzung sei der Antrag jedoch nicht gewesen: „So schnell können wir da jetzt nicht reagieren.“ Zum Thema Rauchverbot hat Semler jedoch eine klare Position. Bereits im Februar 2017 hatten die Grünen einen Antrag mit genau dieser Forderung gestellt. Darin heißt es: „Wäre in diesem Bereich das Rauchen untersagt, würden die Kleinsten vor den Folgen des Passivrauchens geschützt werden.“ Die Oberbürgermeister Gunter Czisch und Gerold Noerenberg nahmen damals Abstand von einem Verbot. Begründung: Die Eltern könnten möglicherweise zum Rauchen weggehen und ihre Kinder unbeaufsichtigt lassen. Zudem fehle das Personal für die nötigen Kontrollen. Als Kompromiss wurden eine Raucherzone eingerichtet und besagte Schilder aufgestellt.

Den Vorschlag mit der Zeitkarte findet Semler jedoch gut: „Das funktioniert im Westbad sehr gut, darüber könnte man nachdenken.“ Für nächstes Jahr sei außerdem geplant, die Rutschen, den Thermal- und den Kinderbereich gemeinsam mit externen Fachleuten zu begehen und neue, zeitgemäße Konzepte zu entwickeln. „Die Ansprüche der Besucher haben sich mit den Jahren verändert und dem wollen wir gerecht werden“, erklärt Semler. Auch deswegen steht der Antrag der Grünen sicher nicht ganz oben auf der To-Do-Liste: Neu-Ulms Oberbürgermeister Gerold Noerenberg hatte am Donnerstag noch nichts von dem Antrag gehört. Zudem wird das Freizeitbad erst mal saniert – der Antrag wird warten müssen.

Party-Nächte im Donaubad

100 Tonnen Sand wurden aufgeschüttet, das alles für eine „Chillout-Zone“ im Freiband des Donaubades, teilt die Stadt Ulm mit. Im Freibad steigen Partynächte unter freiem Himmel und das jeden Dienstag und Freitag. Jeden Samstag legt dort DJ Don Alvarado plus wechselnde Gast-DJs auf. Sie liefern, was man zur Sommerstrand-Party braucht: Partymusik mit Hip-Hop, House und Reggae. Die Partys gibt es bis Anfang September. Währenddessen sind das Freizeitbad und die Sauna von 3. bis zum 21. Juli wegen einer Revision geschlossen.