Linie 2 Grüne wollen keine weitere Baustelle

Ulm / Chirin Kolb 12.05.2018

Die Linie 2 soll zwar pünktlich am 9. Dezember in Betrieb gehen, die Bauarbeiten sind damit aber noch nicht beendet. Das größte Projekt steht am Ehinger Tor an. Dort soll voraussichtlich 2019/20 eine Wendeanlage gebaut werden. Sie ist notwendig, damit Straßenbahnfahrzeuge zu Stoßzeiten nur auf einem Streckenast verkehren können. Die Stadt rechnet fest damit, dass solche so genannten Verstärkerfahrten nötig werden, wenn die Neubaustrecke der Deutschen Bahn in Betrieb geht und mehr Menschen als bisher zur Wissenschaftsstadt pendeln. Ohne Wendeanlage müssten für solche Verstärkerfahrten Busse eingesetzt werden.

Die Wendeanlage war von Anfang an fester Bestandteil des Gesamtprojekts. Sie hätte eigentlich zusammen mit der Linie 2 gebaut werden sollen. Es stellte sich bei der Planung aber heraus, dass dadurch der Eingriff in den Verkehr am Ehinger Tor größer als angenommen wird, vor allem weil an der Stelle sehr viele Leitungen und Kanäle im Boden liegen – und das auch noch kreuz und quer. Von der Baustelle wäre nicht nur der gesamte Nahverkehrsknoten betroffen, sondern auch der sonstige Verkehr auf dem Bismarckring, der Zingler- und Schillerstraße. Der Bau der Wendeanlage wurde deshalb bis zur Klärung der offenen Fragen und Kosten zurückgestellt.

Entscheidung steht noch aus

Wenn es nach den Grünen geht, bleibt es zunächst dabei. Sie wollen keine weitere Baustelle an der Strecke. „Wenn die Straßenbahn in Betrieb geht, muss sie komplett in Betrieb gehen“, sagte Stadträtin Denise Niggemeier im Gemeinderat. Die Wendeanlage könne gebaut werden, wenn das Straßenbahnnetz um eine Linie 3 erweitert werde. Dass das der Fall sein wird, „steht für uns außer Frage“.

Um den Betrieb von Einsatzfahrzeugen auf nur einem Streckenast der Linie 2 zu ermöglichen, schlagen die Grünen vor, zwei weitere Straßenbahnwagen anzuschaffen. Ein Avenio kostet rund 2,6 Millionen Euro. 

Die SWU Verkehr hat sich bereits erste Gedanken dazu gemacht. Mit nur einem weiteren Straßenbahnfahrzeug wäre der Verstärkerbetrieb nicht zu schaffen, es käme „permanent zu Verspätungen, die Betriebsqualität wäre mangelhaft“. Mit zwei Fahrzeugen sähe das anders aus, die „Fahrplanstabilität wäre hoch“. Eine Entscheidung fiel noch nicht. Dazu sind genauere Untersuchungen der Kosten und Risiken nötig.