Neu-Ulm Grüne Höfe in Neu-Ulm: Investor Nickel will ehemaliges Bahnareal bebauen

Neu-Ulm / EDWIN RUSCHITZKA 12.03.2013
Der Neu-Ulmer Stadtrat wird sich am Mittwoch mit der Entwicklung des drei Hektar großen Bahngeländes südlich der Post befassen. Dort werden Neu-Ulms „Grüne Höfe“ entstehen – ein Mix aus Wohnen und Gewerbe.

Jetzt macht der Illertisser Investor Ulrich Nickel, Geschäftsführer der Uniplus Projektentwicklungsgesellschaft, ernst mit seinem Großprojekt in Neu-Ulm. Zusammen mit dem Stuttgarter Architekturbüro Pesch und Partner hat er den Masterplan „Grüne Höfe“ ausgearbeitet, der am Mittwoch im Stadtrat beraten und verabschiedet werden soll. Er umfasst das etwa 30 000 Quadratmeter große Areal, das sich in Teilbereichen bis an die Gartenstraße im Norden erstreckt und im Süden von der tiefergelegten Bahnlinie begrenzt wird. Im Osten reicht das Areal bis zur Hermann-Köhl-Straße, im Westen bis zum Philosophenweg. Dort will Nickel bis spätestens 2018 ein ehrgeiziges „urbanes Quartier“ hochziehen, mit einer Mischung aus Studenten- und Seniorenwohnungen, aus Handel, Dienstleistung und Gewerbe. Zwischen 80 und 100 Millionen Euro werden Nickel und seine Partner dafür in die Hand nehmen.

Geht es nach Nickel, wird schon zur Jahresmitte mit der Umsetzung begonnen. Start ist ganz im Westen, wo er ein Wohnquartier für Studenten plant. Mit den Einzelheiten dazu wird sich schon morgen der Stadtentwicklungsausschuss befassen. Vorgesehen sind in vier Gebäudekomplexen 240 hauptsächlich Ein-Zimmer-Appartements für Studenten, alle zwischen 23 und 40 Quadratmeter groß. Nickel will die voll ausgestatteten und hochwertigen Wohnungen als Anlageobjekte zu Preisen oberhalb von 50 000 Euro verkaufen. Schon Mitte nächsten Jahres sollen die Wohnungen pünktlich zum Start des Winter-Semesters 2014/2015 bezugsfertig sein. Sie sollen dann von Nickels Verwaltungsgesellschaft „Studie 21“ betreut werden.

Gleich im Anschluss daran will Nickel den mittleren Bereich des Areals in Angriff nehmen. Dort hat er einen weiteren Wohnkomplex vorgesehen, diesmal für Senioren. Geplant sind 150 bis 200 entsprechend altengerecht ausgestattete Wohnungen, zwei Zimmer aufwärts mit Wohnflächen zwischen 60 und 110 Quadratmetern. Auch diese Wohnungen sollen später verkauft werden. Nickel denkt zudem daran, sich eine Betreuungseinrichtung ins Boot zu holen, damit in dem Komplex auch Menschen versorgt werden können – bis hin zu einer tagespflegerischen Einrichtung. Die Pläne dafür sollen auch im Verkauf dieses Jahres reifen, Baubeginn könnte dann im nächsten Jahr sein.

Zur Hermann-Köhl-Straße hin plant Nickel dann einen Handels-, Dienstleistungs- und Gewerbekomplex. Auf alle Fälle soll ein Drei-Sterne-Hotel mit rund 150 Zimmern gebaut werden. Was die restliche Nutzung betrifft, gibt es zwei Überlegungen, sagte er gestern auf Anfrage. Erste Priorität habe ein klinisches Gesundheitszentrum. Sollte sich das nicht verwirklichen lassen, plant Nickel als Alternative eine Mischnutzung aus Handel im Erdgeschoss, Büros, Praxen und Wohnungen in den Etagen. Vorgesehen ist bei beiden Alternativen ein Parkhaus mit 500 Stellplätzen.

Was die Nähe zur Glacis-Galerie betrifft, deren Baubeginn immer noch aussteht, sieht Nickel überhaupt keine Konkurrenz und schon gar keine Probleme: „Die Handelsflächen sollen die Angebote in der Glacis-Galerie ergänzen“, sagt er.

Auf einen Zeitraum, wann dieser gewerbliche Teil seines Vorhabens gebaut werden soll, wollte sich Nickel nicht genau festlegen. Den Abschluss des ganzen Projekts hat er auf alle Fälle im Verlauf des Jahres 2018 vorgesehen. „Diese fünf Jahre sind ein sehr enger Zeitraum.“ Das gesamte Projekt wird übrigens deshalb „Grüne Höfe“ genannt, weil es von vielen bepflanzten Freiflächen, Terrassen und Dachbegrünungen durchzogen sein soll.

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